Vorwürfe an Steinens Badbetreiber

Robert Bergmann

Von Robert Bergmann

Do, 23. Mai 2019

Steinen

Kritik im Gemeinderat an zu früher Schließung / Vereinbarte Verschönerung wird eingefordert.

STEINEN (rbr). Kritisch meldete sich Cathrin Pfeiffer (Gemeinschaft) im Gemeinderat am Dienstag in Sachen Freibad zu Wort. Sie wollte wissen, was denn der Betreiber, die Sport- und Freizeitmanagement GmbH aus March, in diesem Jahr an Verschönerungen beim beliebten, aber etwas in die Jahre gekommenen Bad plane. Um die Attraktivität des Bades zu gewährleisten, gebe es etwa noch Optimierungspotenzial im Bereich des Eingangs und der Kasse, schlug Pfeiffer vor.

Pfeiffer erinnerte die Gemeinde daran, dass sich der Betreiber vertraglich verpflichtet habe, "jährlich eine festgelegte Investitionssumme in attraktivitätssteigernde Maßnahmen" zu investieren. Und sie wollte wissen, was die Sport- und Freizeitmanagement GmbH im vergangenen Jahr getan habe, um dieser Verpflichtung nachzukommen. Die Gemeinderätin kritisierte, dass der Betreiber das Freibad im vergangenen Jahr bereits am 9. September geschlossen habe, "obwohl auch danach noch ein Superwetter war". Vertraglich vereinbart sei aber, dass das Bad jährlich vom 15. Mai bis zum 15. September geöffnet sein müsse.

Eine direkte Antwort konnte Bürgermeister Gunther Braun in der Sitzung nicht geben. Er erinnerte daran, dass man sich inzwischen entschieden habe, von einer grundlegenden Sanierung des Freibads abzusehen. Bauamtsleiter Dietmar Thurn erklärte, dass man im Gespräch mit der Sport- und Freizeitmanagement GmbH aus March überein gekommen sei, das in die Jahre gekommene Spielgerät sukzessive zu ersetzen. Auf BZ-Nachfrage erklärte Mike Kunz, bei der Sport- und Freizeitmanagement GmbH fürs Steinener Bad zuständig, dass man keine festgelegte jährliche Summe in die Badverschönerung investiere. In den vergangenen Jahren habe sein Unternehmen aber häufiger ziemlich viel Geld in die Hand genommen, um – in Absprache mit der Gemeinde und dem Bauhof – die Sanierung der maroden Infrastruktur voranzubringen. So habe man gleich zu Beginn den Kiosk umgebaut, später die Erneuerung der Rutsche in Angriff genommen. Kunz: "Das reichte jeweils für mehrere Jahre." Spontan könne er nicht sagen, welche Verschönerungsmaßnahmen aktuell im Freibad aktuell anstehen, so Kunz. Der Handlungsbedarf ergebe sich oft ziemlich spontan, das ganze Jahr über.

Was die Kritik an der vorzeitigen Schließung des Bads im vergangenen Jahr angeht, hebt Kunz hervor, dass man sich als Betreiber grundsätzlich am Ende der Sommerferien orientiere. "Wenn die rum sind, gehen in der Regel auch die Besucherzahlen in den Keller." Für sein Unternehmen werde dann der Weiterbetrieb des Bads zum Verlustgeschäft. Im Übrigen habe man auf ungewöhnlich warme Wetterlagen im September schon häufiger einmal reagiert und "das Bad spontan geöffnet".