Technische Betriebe Waldkirch

Krisenmanagement hat Priorität vor Umorganisation der TBW

Sylvia Sredniawa

Von Sylvia Sredniawa

Do, 14. November 2019 um 17:19 Uhr

Waldkirch

Die Re-Integration der Technischen Betriebe Waldkirch in die Stadtverwaltung kommt langsamer voran als geplant, weil zunächst Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität und Konsolidierung nötig sind.

Nach etwas mehr als 15 Jahren des Bestehens als Eigenbetrieb wird derzeit an der Rückintegration der Technischen Betriebe Waldkirch (TBW) in die Kernverwaltung der Stadt gearbeitet, um sowohl die Organisation als auch die Ausgaben für die Pflege und Instandhaltung der Straßen, öffentlichen Plätze, Parkanlagen und Spielplätze besser in den Griff zu bekommen.

Rund 400 000 Euro im Minus

Immer mehr hatte sich in den vergangenen Jahren abgezeichnet, dass die TBW nicht so "rund" laufen, wie man sich das vor der Gründung zum 1. Oktober 2003 vorgestellt hatte. Man wollte damals die Auslagerung dieser Aufgaben aus der Verwaltung, damit sich das "schlagkräftige und gut motivierte Team" (Zitat des damaligen Bürgermeisters Leibinger) in einem "schlanken Betrieb" selbstständig um seine Aufgaben kümmere und "zu erwartende Synergieeffekte den Haushalt in einigen Jahren spürbar entlasten". Angedacht war zum Beispiel, dass die TBW auch Aufträge von anderen Kunden erledigen, tatsächlich wurden aber fast nur welche von der Stadtverwaltung abgearbeitet. Auch Mitarbeiterfluktuation stellte ein großes Problem dar. Ein Organisationsgutachten hatte schließlich die Rückintegration empfohlen.

Ecklohn, den die Stadt zahlte, war nicht kostendeckend

Vor dem Technik- und Umweltausschuss berichtete der mit der Rückintegration betraute Projektleiter Sascha Henrich über den Stand der Umorganisation. Henrich hat seit Februar zusätzlich noch die Betriebsleitung übernommen, als die "TBW zum Jahresanfang in eine schwierige Lage" gerieten, erläuterte Oberbürgermeister Roman Götzmann. Zu diesem Zeitpunkt, so Henrich, hätten die TBW mit knapp 400 000 Euro im Minus gestanden. Um die Liquidität sicherzustellen, wurde mit Genehmigung der Stadtverwaltung ein außerplanmäßiger Kassenkredit in dieser Höhe aufgenommen und dann in den Folgemonaten mit Priorität an der Konsolidierung der Finanzen gearbeitet.

Unter anderem stellte sich heraus, dass der von der Stadt an die TBW gezahlte Ecklohn für die Aufträge nicht kostendeckend für die Leistungen war: Der Ecklohn wurde – was nun teuer für die Stadt wird – von 44 auf 53 Euro pro Stunde angehoben und auch Zuschläge verändert, berichtete Sascha Henrich. Außerdem wurden das Forderungsmanagement verändert und der Kauf auf Lager gestoppt. Wöchentliche Finanzberichte geben Aufschluss über die Lage.

Finanzergebnis inzwischen deutlich besser

Das wirkte offenbar: Laut Henrich verbesserte sich das Ergebnis inzwischen auf -73 625,52 Euro. Wegen des Krisenmanagements hat allerdings die Erledigung der weiteren Aufgaben der Re-Integration etwas gelitten. Der Termin 31. Dezember 2019 zur Auflösung der TBW lasse sich nicht halten, neues Ziel ist der 1. Juli 2020. Die Auftragsverwaltung ist bereits ans Baudezernat gewechselt, aber steuerrechtliche Dinge, Buchhaltung, Software-Anbindung und Verträge mit Firmen brauchen noch Zeit zur Überarbeitung und Klärung, verdeutlichte Sascha Henrich, der seit neun Monaten in der Doppelfunktion Betriebsleiter/ Re-Integrationsprojektleiter tätig ist, weil wegen der Haushaltssperre die Projektleiterstelle nicht neu besetzt werden konnte. Ziel bleibt zunächst die weitere Konsolidierung und die Sicherstellung des laufenden Betriebs.

Bereit für den Winterdienst

Dazu zählt unter anderem der Winterdienst. Laut Stadtverwaltung stehen neun Fahrzeuge dafür bereit. Wenn es dann so weit ist, stehen die vier Winterdiensteinsatzleiter im wöchentlichen Wechsel noch vor vier Uhr morgens auf, um die Lage einzuschätzen. Die Arbeit der 16 Männer und Frauen des Bereitschaftsdienstes beginnt direkt im Anschluss; später kommen weitere Mitarbeitende der TBW hinzu, dann sind alle Fahrzeuge im Einsatz. Die jeweiligen Einsätze richten sich nach verschiedenen Dringlichkeitsstufen, wobei an erster Stelle viel befahrene Straßen und Steillagen wie beispielsweise zum Krankenhaus stehen. Ganz zuletzt werden wenig befahrene, verkehrsberuhigte Bereiche bedient. "Geräumt werden kann nur, wenn der Schneepflug auch durchkommt", betont Torsten Burger, Einsatzleiter im Winterdienst. Der Schneepflug hat eine Breite von über drei Metern. Durch ungünstig auf dem Gehweg oder auf der Straße geparkten Autos ist ein Durchkommen manchmal unmöglich. Hier bitten die TBW um mehr Unterstützung.