"Keiner lässt sich gerne in die Karten schauen"

skk

Von skk

Mo, 16. September 2019

Waldshut-Tiengen

BZ-INTERVIEW mit dem früheren Finanzbeamten Heiz Basler, der als Zauberer "Baselini" sein Publikum verblüfft.

WALDSHUT-TIENGEN. Heinz Basler bringt als Zauberer Enrico Baselini Tische zum Schweben und Menschen zum Staunen. Im BZ-Interview erzählt Basler wie er als Finanzbeamter zur Magie gekommen ist.

BZ: Herr Basler, ich habe auch schon gesehen, wie sie einen Tisch schweben ließen, könnte ich das mit ihrem speziellen Tisch auch sofort?
Basler: Nein, mit dem Kauf des Tischs ist es nicht getan. Selbst wer weiß, wie ein Trick funktioniert, kann ihn noch nicht. Man braucht Fingerfertigkeit, Geschick und vor allem Übung. Wichtig ist auch das Drumherum, die Show muss stimmen. Es reicht nicht, einen Trick an den anderen zu reihen. Es kommt auch darauf an, wie man sie darbietet, welche Hintergrundmusik spielt, welche Worte man wählt. Ich sage zum Beispiel, dass ich einen ausgewachsenen Elefanten verschwinden lassen möchte, und frage das Publikum, wer einen dabei hat und da dies natürlich niemand hat, ziehe ich einen kleinen Plüschelefanten hervor, das ist Show. Wichtig ist auch, dass die äußeren Bedingungen wie die Beschaffenheit des Raums oder der Bühne stimmen. Ich schaue mir deshalb vor einem Auftritt immer alles genau an und mache mir Aufzeichnungen.
BZ: Es ist müßig, sie zu fragen, wie der Trick mit dem schwebenden Tisch funktioniert, oder?
Basler: Ja, kein Zauberer verrät seine Tricks, keiner lässt sich gerne in die Karten schauen. Ich denke, den Menschen gefällt Zauberkunst vor allem deshalb so gut, weil sie den Reiz des Geheimnisvollen hat, weil sie etwas zeigt, was eigentlich nicht möglich ist. Und für die Kleinsten bin ich ein richtiger Zauberer, ich bin auf der Straße auch schon mit Herr Zauberer angesprochen worden.
BZ: Kennt denn ihre Frau alias Ihre Assistentin "Claudia Schiffer" Ihre Tricks?
Basler: Sie kennt viele und weiß, wie sie funktionieren, aber sie kann sie vielfach nicht vorführen. Man braucht wie gesagt Übung und Geschick. Sie hört es übrigens nicht gern, wenn ich sie als Claudia Schiffer vorstelle, aber das gehört auch zur Show dazu. Sie und meine anderen Assistentinnen sind wichtig, sie müssen genau an der richtigen Stelle das Richtige tun, zum Beispiel mir etwas im richtigen Moment richtig abnehmen oder reichen.
BZ: Wann entdeckte der Finanzbeamte Basler den Zauberer Baselini in sich?
Basler: Mit einem Augenzwinkern sage ich oft, dass es mir in den Genen liegen würde, ich es von meinem Vater hätte, der schon gleich nach meiner Geburt verschwunden wäre. Spaß beiseite: Ich machte schon als Kind mit meinem Bruder gerne Karten- und kleinere Tricks und habe über die Jahre hinweg weiter zuhause für mich gezaubert. Vor über 30 Jahren wurden dann für die Tiengener Pfarrfasnacht Programmpunkte gesucht und ich sagte, dass ich ein paar Tricks zuhause hätte. Ich zauberte dann im katholischen Gemeindehaus vor über 200 Leuten und die Knie haben mir gezittert. Danach wurde ich immer mal wieder gefragt, ob ich nicht auftreten möchte. Es wurde zum Selbstläufer. Seitdem kaufe ich immer mal wieder einen neuen Trick dazu, übers Internet, manchmal auch in einem Zaubergeschäft in Kloten. Der Speicher unseres Hauses ist vollgestopft mit Tricks.
BZ: Welche Auftritte sind ihnen in besonders guter Erinnerung?
Basler: Ein Erlebnis für mich war der Auftritt 2004 in der Stadthalle Waldshut zusammen mit dem Zauberzentrum aus der Partnerstadt Blois. Unvergessen ist mir auch die Begeisterung der Menschen vom Caritas-Heim in Gurtweil, wo ich im Wechsel zauberte und Drehorgel spielte. Etwas Besonderes sind auch immer Auftritte im Urlaub, ich nehme öfters ein paar Tricks mit. Ich war mit dem Perukreis in Peru und zauberte auf fast 4000 Meter. Die Bediensteten des Hotels hatten so was noch nie gesehen und schauten alle wunderfitzig hinter den Türen hervor. In Grönland habe ich auch schon nördlich des Polarkreises gezaubert sowie auf einem Kreuzfahrtschiff und erst dieses Jahr in Kalifornien anlässlich eines 70. Geburtstages. Die Auftritte, bei denen ich Englisch sprechen musste, vergesse ich auch nicht. Zum Beispiel in Waldshut im Unteren Tor für Besucher aus der Partnerstadt Lewes.
BZ: Haben sie ein Zauberer-Vorbild?
Basler: Unübertroffen sind für mich Siegfried und Roy. Ihre Zaubershows in Las Vegas mit den weißen Tigern habe ich zwei Mal, 1982 und 1996, live erlebt.
BZ: Wie sehen sie Ihre Zauberer-Zukunft?
Basler: Ich werde weiterhin hobbymäßig für Freunde, Verwandte, Bekannte zaubern und dabei soll es auch bleiben. So alle zwei, drei Monate ein Auftritt passt für mich.