BZ-Porträt

Warum Joachim Löw als Cheftrainer nicht mehr wegzudenken ist

René Kübler

Von René Kübler

So, 10. Juni 2018 um 19:41 Uhr

Fußball-WM

BZ-Plus Joachim Löw ist nun schon seit fast zwölf Jahren Bundestrainer. Alle glauben, den gebürtigen Schönauer zu kennen. Aber er ist noch immer für Überraschungen gut.

Der Temperamentsausbruch kam unvermittelt. Gerade noch hatte Joachim Löw eine seiner gesetzten Reden zur Lage der Fußball-Nation gehalten. Gelassen, souverän, ohne jegliche Gefühlsausschläge in die eine oder andere Richtung. So, wie eine Führungskraft im zwölften Amtsjahr ihren repräsentativen Pflichten eben nachkommt. Doch dann, als der Job erledigt war, sprang der Bundestrainer plötzlich vom Podium, landete breitbeinig vor der lauernden Fotografenschar, ballte seine Hände zu Fäusten und reckte sie in die Höhe.

Eine Jubelpose aus dem Nichts. Scheinbar ohne Sinn. Zumindest war ein solcher nicht zu erahnen, gibt es doch zur Halbzeit eines Trainingslagers nichts zu gewinnen. Die Weltmeisterschaft in Russland, das große Ziel, lag noch ein gutes Stück entfernt. Die angestrebte Titelverteidigung sowieso. Warum also die Showeinlage? Um dem Business as usual etwas Leben einzuhauchen? War es die Inszenierung eines pflichtbewussten Medienprofis? Oder doch nur ein spontaner Einfall? Bei Löw weiß man das nie so genau.

Klinsmann profitierte von Löw, Löw aber auch von Klinsmann
Der 58-Jährige ist schwierig zu greifen. Dabei glaubt man ihn schon eine gefühlte Ewigkeit zu kennen.

Als der gebürtige Schönauer 2006 den wichtigsten Trainerjob im Land übernahm, hatte er sein Profil bereits deutlich geschärft. Im Schatten des omnipräsenten Frontmanns Jürgen Klinsmann war aus dem Assistenten Löw eine taktische Instanz geworden. Ein Experte, ohne dessen Sachverstand und Detailbesessenheit die Erneuerung des deutschen Fußballs nicht möglich gewesen wäre.

Es war die Zeit, in der ...

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