Russland

Warum musste der Oppositionspolitiker Boris Nemzow sterben?

Elke Windisch und Nina Jeglinksi

Von Elke Windisch & Nina Jeglinksi

Mo, 02. März 2015

Ausland

Boris Nemzow war unter Präsident Boris Jelzin ein Hoffnungsträger, er wurde unter Putin zum unerschrockenen Oppositionspolitiker – musste er deshalb sterben?.

Ein Protestzug, der über weite Strecken direkt der Kremlmauer folgt, auf den mitgeführten Transparenten Putin-kritische Parolen – und das alles legal und unter den Augen der Polizei. Seit Wladimir Putin vor 15 Jahren in den Kreml einzog, träumen Russlands Liberale diesen Traum. Und mit jedem Jahr schrumpfte nicht nur die Hoffnung, sondern auch die Zahl der Träumer.
Am Sonntag aber wurde das schier Unmögliche möglich. Doch es war kein Triumph-, sondern ein Trauermarsch. Die an der Spitze gehen haben ein Banner ausgerollt: "Helden sterben nie – diese Kugeln gelten uns allen". Das ist keine leere Parole, Morde an Oppositionellen sind in Russland harte Wirklichkeit. Im Trauerzug steht auf einem Transparent zu lesen "Ich fürchte mich nicht", dahinter ein "Ich fürchte mich – wer ist der Nächste?". Die Menschen machen sich Mut, aber sie machen sich auch keine falschen Vorstellungen. "Er starb für die Zukunft Russlands", verkündet ein Plakat, "Er kämpfte für ein freies Russland" ein anderes. Die Ungewissheit, die widersprüchliche Stimmung, sie spiegeln sich in den Parolen wider.
Der Marsch führt unterhalb des Kreml, in Sichtweite der Macht, zu der Brücke über die Moskwa, dorthin, wo am Freitagabend ein Mann erschossen wurde, der bisher bei Massenprosten stets mit in den ersten Reihen marschierte. Mit Leidenschaft hatte er stets für ein anderes Russland geworben: ein freies, demokratisches, sozial gerechtes. Boris Nemzow, der am Freitag von vier gezielten, in den Rücken abgegebenen Schüssen getroffen wurde, war bis zu ...

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