Was die Münstertäler Listen vorhaben

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 22. Mai 2019

Münstertal

BZ-WAHLPRÜFSTEINE: Die Standpunkte und Ziele von CDU, SPD und FWV, die am Sonntag bei der Gemeinderatswahl antreten.

SÜDLICHER BREISGAU (BZ). Was sind Standpunkte und Ziele der Listen von Parteien und Wählervereinigungen, die am kommenden Sonntag zur Gemeinderatswahl antreten. Wir haben wichtige Themen abgefragt, die die Bürger in den Gemeinden bewegen und bei denen der Gemeinderat Einfluss nehmen kann. Heute die Antworten aus Münstertal, die uns die Fraktionen schriftlich gegeben haben.

» 1. Münstertal hat rund 5000
Einwohner. Wie viele sollten es
2024 sein, wenn die Wahlperiode

endet? Wie und wo soll Wohnraum
dafür geschaffen werden?


CDU
In fünf Jahren sehen wir eine moderate Erhöhung der Einwohnerzahl von maximal fünf Prozent als realistisch an. Mit dem Bebauungsgebiet oberhalb der Abt-Columban-Schule ist ein erster Schritt getan. Künftig ist im Sinne eines sparsamen Umgangs mit Grund und Boden eine Verdichtung im Bestand anzustreben. Außerdem gilt es eine weitere größere Fläche zu entwickeln, diese sollte sich wenn möglich in Gemeindehand befinden.

SPD
Die Liste 2 der SPD Münstertal wünscht sich eine Steigerung der Einwohnerzahl um etwa 500, was zehn Prozent entspricht. Das kann durch Innenverdichtung (Baulücken), Neubaugebiete und Geschosswohnungsbau gelingen und zwar sowohl in den Bereichen Ober- wie auch Untermünstertal.

FWV
Verwaltung und Gemeinderat haben mehrheitlich das Ziel entwickelt, mittelfristig die Einwohnerzahl um zehn Prozent zu steigern. Das wären bis 2024 rund 5250 Einwohner. Ein Baugebiet östlich der Abt-Columban-Schule ist im Entstehen. Eine Erweiterung im Bereich "Fischmatte", Nutzung von Leerständen, Schließung von Baulücken unter anderem im Außenbereich und die angestrebte Wohnnutzung im "Vogelsang" könnten beitragen, diese Zahl zu realisieren.

2. Welche infrastrukturellen
Schwerpunkte sollte die Gemeinde
in den kommenden fünf Jahren
setzen? Wie kann die Lebensqualität
in Münstertal vergrößert werden?


CDU
Am wichtigsten ist der Weiterbau der L 123, hier sollte geprüft werden, ob es möglich ist, bis zum endgültigen Neubau eine Asphaltdecke vom Rathaus bis zum Moosweg aufzubringen. Des weiteren ist der schnelle Bau des Altenwohnheimes, eine bessere Anbindung der Außenbereiche durch zum Beispiel einen Bürgerbus sowie die Stärkung des bestehenden Bauernmarktes unter Berücksichtigung einheimischer Anbieter zu nennen.
SPD
Den Ausbau der L 123 (zweiter Bauabschnitt) sowie den Bau einer Altenpflegeeinrichtung weiter vorantreiben. Die Sicherung der Grundversorgung mit Lebensmitteln und der ärztlichen Versorgung im Münstertal gewährleisten. Den Erhalt und Ausbau der touristischen Infrastruktur (Gastronomie, Hotellerie) weiterhin begleiten und fördern. Dabei sollen auch die einheimischen Mitbürger und Mitbürgerinnen, die eine Ferienwohnung besitzen, gefördert werden.

FWV
Die L 123 hat die höchste Priorität. Die Versorgung mit schnellem Internet ist auch ein großes Anliegen im Tal. Ganz wichtig ist der FWV auch der Fortbestand von Schulen und Kindergärten. Die Folgen des Klimawandels und der Umgang mit unserer Umwelt sollten uns beschäftigen, hier haben wir die Möglichkeit einzugreifen und mitzugestalten – mit Ausweitung des ÖPNV, unter anderem der besseren Anbindung der Außenbezirke.

» 3. Für Unruhe im Tal hat die
Diskussion um Windkraftanlagen
gesorgt. Sehen Sie noch Chancen,
dass Anlagen aufgebaut werden?
Falls ja, wo? Und wie gelingt es,
dass das Thema für weniger Zwist
in der Gemeinde sorgt?


CDU
Durch den Bürgerentscheid ist dieses Thema momentan nicht mehr ganz oben auf der Tagesordnung. Die Mehrheit der Münstertäler hat in einem demokratischen Akt entschieden und wir sind gehalten, uns an das Ergebnis des Bürgerentscheides zu halten. Der Blick sollte vielmehr nach vorne gerichtet werden, um die vielen anderen drängenden Fragen anzugehen, die es zu lösen gilt.

SPD
Die Liste 2 favorisiert Windkraftanlagen nun am Standort Hörnle. Die Energiewende – auch in Form von Windkraftanlagen – ist für die Liste 2, die SPD Münstertal, unabdingbar. Wir möchten dabei eine Einbeziehung der Bürgerschaft von Anfang an, und dadurch mehr Transparenz in dieser Frage erreichen.

FWV
Für einen Teil der FWV-Kandidaten ist es vorstellbar, Anlagen aufzubauen, natürlich an windhöffigen Standorten und gerne mit Bürgerbeteiligungsmodellen. Andere sehen in Photovoltaik, Wasserkraft und weiteren erneuerbaren Energiequellen den richtigen Ansatz. Wie in allen Themen ist zielführend nur der mit Sachargumenten begleitete Abwägungsprozess. Transparenz und Offenheit sind weitere Säulen der Entscheidungsfindung.

4. Der Breitbandausbau gestaltet
schwierig. Gründe sind Topografie,
Telekom und der verzögerte Ausbau
der L 123. Welche Bereiche des Tals
sollen versorgt sein? Mit Glasfaser-
oder Vectoring-Technik? Ab wann?
Wie sollen entlegene Häuser versorgt werden? Wer soll es bezahlen?

CDU
In Verbindung mit dem bevorstehenden Straßenbau in der L 123 sollten dort direkt Glasfaserleitungen beziehungsweise Leerrohre verlegt werden. Es muss vorrangiges Ziel sein, so viele Bereiche wie möglich mit schnellem Internet zu versorgen. Dort wo dies mit Vectoring möglich ist, sollte diese Lösung realisiert werden. Für die Außenbezirke, die damit nicht erreicht werden können, sollte man eine Lösung etwa über Richtfunk anstreben.

SPD
Wir fordern einen Breitbandausbau auf der gesamten Gemarkung von Münstertal, Glasfasertechnologie in zentralen Bereichen, Vectoringausbau in den Außenbereichen – aufbauend auf die Aktivitäten der Telekom. Entlegene Häuser in den Außenbereichen sollen bei uns nicht benachteiligt werden und der Funk / Mobilfunk dafür ausgebaut werden.

FWV
Die FWV zeigt hier eine breite Meinungsvielfalt. Sowohl bei der Frage des Anbindungsbereichs als auch der zeitlichen Umsetzung gibt es bei einzelnen Kandidaten diverse Visionen des Ausbaustandards, nachrangig ist die Technologie. Die große Mehrheit sieht hier die zweitwichtigste Infrastrukturmaßnahme. Welche Kosten entstehen und wer welchen Anteil trägt, ist noch nicht darstellbar.