Festtagsbräuche

Was hat Ostern mit Hasen und Eiern zu tun?

KNA/epd

Von KNA & epd

Mi, 31. März 2021 um 21:28 Uhr

Panorama

Im Mittelpunkt von Ostern steht die Auferstehung von den Toten – das größte und wichtigste Geheimnis des christlichen Glaubens. Viele andere Zusammenhänge und Bräuche sind weit weniger klar.

Vor Ostern ist Karfreitag. Welche
Bedeutung hat dieser Feiertag?

Am Karfreitag erinnern Christen an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz. Karfreitag wird damit in Verbindung mit Ostern, der Feier der Auferstehung Jesu, zu einem zentralen kirchlichen Feier- und Gedenktag. Für evangelische Christen hat der Karfreitag eine besonders große Bedeutung. In der Bibel wird die Geschichte erzählt, wie Jesus, nachdem er von einem seiner Jünger an seine Widersacher verraten wurde, in Jerusalem zum Tod durch das Kreuz verurteilt wird. Die Kreuzigung war die grausamste Art der Hinrichtung. Jesus muss sein Kreuz zur Todesstätte außerhalb der Stadtmauern selbst tragen, aus Spott wird ihm eine Dornenkrone aufgesetzt. Schließlich wird er ans Kreuz genagelt und stirbt. Das Christentum wurde so zur Religion des Kreuzes. Christen finden Trost darin, dass Gott das Leid der Menschheit kennt und sich ihm selbst aussetzt.

Was wird an Ostern gefeiert?
An Ostern feiern Christen ihr wichtigstes Fest: die Auferstehung am dritten Tag nach dem Tod Jesu. Die zentrale Botschaft von Kreuz und Auferstehung ist, "dass am Ende das Leben über den Tod, die Wahrheit über die Lüge, die Gerechtigkeit über das Unrecht, die Liebe über den Hass und selbst über den Tod siegen wird", heißt es im katholischen Katechismus.

Was steht dazu in der Bibel?
Die Auferstehung selbst wird nicht beschrieben. In allen vier Evangelien steht, dass der Stein vor dem Grab Jesu weggerollt ist oder (bei Matthäus) von einem Engel weggerollt wird. Die Ersten, die dies sehen und bezeugen, sind drei Frauen, beziehungsweise bei Johannes eine Frau (Maria von Magdala), die die Neuigkeit dann den Jüngern berichten.

Woher kommt der Name Ostern?
Eine Erklärung führt den Begriff auf die germanische Frühlingsgöttin Ostara zurück, die Göttin der Morgenröte. Andere Experten bringen ihn in Verbindung mit Osten, wo die Sonne aufgeht. Beides wird auch mit den griechischen ("eos") und althochdeutschen ("eostarun") Begriffen für Morgenröte verbunden. Wieder andere stellen Zusammenhänge her zum nordgermanischen "ausa", was als "gießen" an die Taufe erinnern könnte. In vielen Ländern haben sich "Pasen", "Paques" oder "Pasqua" durchgesetzt, was auf das jüdische Pessach-Fest zurückgeht.

Wie wird im Gottesdienst gefeiert?
Höhepunkt ist die Osternacht von Samstag auf Sonntag. Hier sollen etliche Symbole den Auferstehungsglauben verdeutlichen – vom Feuer über die Wassersegnung bis zur Osterkerze. Nach dem Wortgottesdienst mit bis zu sieben Lesungen aus dem Alten Testament ertönen die seit Gründonnerstag verstummten Glocken und die Orgel zum Lobgesang des Gloria.

Welche Bräuche gibt es?
Am bekanntesten ist wohl das Verschenken bemalter Eier. Das Ei ist in den meisten Kulturen ein Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben. Früher hatten sich auch viele Eier angesammelt, da man in der Fastenzeit darauf verzichtet hatte. In manchen Gegenden gibt es Osterfeuer, die zum einen auf heidnische Bräuche des Winteraustreibens zurückgeführt werden. Zugleich stehen sie aber auch für Leben und Wärme – und setzen damit das christliche Ostergeschehen in sinnliche Erfahrungen um. In der Oberlausitz gibt es die berühmten Osterritte der sorbischen Minderheit auf festlich geschmückten Pferden.

Woher kommt der Hase?
Zum einen gilt auch er als Symbol der Fruchtbarkeit, zum anderen als Bote des Frühlings. An anderer Stelle heißt es, der Hase habe keine Augenlider und schlafe daher "mit offenen Augen", was auf Jesus hindeute, der "im Tod nicht entschlafen" sei. Im 17. Jahrhundert war erstmals die Rede vom Osterhasen, der die Eier bringt, was später durch die Süßwarenindustrie weiter befördert wurde. Theologisch gesehen ist das Lamm das passendere Symboltier: Die Juden opferten und aßen zum Pessachfest ein Lamm, und Jesus wird selbst als das Lamm Gottes bezeichnet.

Was wird am Ostermontag gefeiert?
Kirchlich gesehen steht am zweiten Feiertag die Emmaus-Geschichte im Mittelpunkt: Zwei Jünger gehen in tiefer Trauer über Jesu Tod von Jerusalem zu dem Dorf Emmaus. Unterwegs gesellt sich Jesus zu ihnen, doch sie erkennen ihn lange nicht. Hier zeigt sich Jesus nach biblischer Überlieferung erstmals nach seiner Auferstehung den Jüngern. Viele führen den Brauch des Osterspaziergangs auch auf diese biblische Geschichte zurück.