Leichtathletik

Wehrer Weitspringer Luan Kummle wird deutscher U-16-Vizemeister

Gerd Welte

Von Gerd Welte

Do, 09. September 2021 um 06:00 Uhr

Leichtathletik

Das Wehrer Weitsprungtalent Luan Kummle ist in der M 15 nationale Spitze. Seine Qualitäten unterstrich der Athlet des TV Wehr nun mit Silber bei der deutschen U-16-Meisterschaft in Hannover.

Für Luan Kummle war es der wichtigste Wettkampf in diesem Jahr. Die Reise zur deutschen Meisterschaft der U 16 in Hannover hat sich für das Weitsprung-Talent des TV Wehr gelohnt (wir berichteten). Mit der Silbermedaille im Gepäck stieg er tags darauf ins Auto seiner Eltern, um gegen Abend wieder in der Heimat anzukommen.

"Ich habe gehofft, unter die besten Fünf zu springen. Dass es noch zu mehr gereicht hat, ist natürlich toll", sagte der 15-jährige Wehrer, der mit einer Weite von 6,33 m in den Wettkampf startete. Im zweiten Versuch steigerte er sich auf 6,36 m, ehe ihm im dritten Versuch seine Tagesbestweite von 6,42 m gelang. Damit blieb er 24 Zentimeter unter seiner persönlichen Bestleitung.

Mit 6,66 Meter war Kummle angereist, damit wird er in der deutschen Jahresbestenliste auf Rang zwei geführt. Eine Medaille haben ihm seine Familie und seine Vereinskollegen zugetraut. Nur fünf Zentimeter weniger sprang Leon Kuppert (LG Rhein-Wied) als Dritter. Unbesiegbar blieb an diesem Tag der Franke Fabius Schmitt von der LG Bamberg, der 6,84 m in den Sand setzte.

"Wir hatten manchmal zwei Meter Gegenwind und dann wieder einen Meter Rückenwind. Das hat aber allen Schwierigkeiten bereitet, nicht nur mir", sagte Kummle, der bei seinem besten Versuch etwas liegenließ. "Ich bin vor dem Balken abgesprungen. Das sind mindestens 15 Zentimeter, die ich da verschenkt habe." Das Los eines Weitspringers. Risiko oder Sicherheit? Allerdings ist sich Kummle sicher, dass es auch bei einem optimalen Absprung nicht zu Gold gereicht hätte.

Kummle stammt aus einer Leichtathletik-Familie

Die Freiluft-Saison ist nun so gut wie beendet. "Vielleicht gibt es noch eine Stadtmeisterschaft, die ich bestreite, oder einen Wettkampf in Haslach im Kinzigtal. Das sind aber alles keine großen Wettkämpfe", sagt er. Einen Gang zurückschalten wolle er schon, aber dennoch nicht die Beine hochlegen. Dafür sorgt schon seine Familie mit Vater Marco, der einst deutscher Junioren-Meister im Weitsprung war, und Mutter Elisa, die mit Oma Hildegard das Vereinstraining beim TV Wehr leiten. Ganz zu schweigen von Opa Dieter Eckert, der viele Jahre an der Spitze der Leichtathletik-Abteilung des TV Wehr stand. Dieses Trainer-Quartett gibt ihm wertvolle Tipps. "Sie stehen alle voll hinter mir", sagt Luan Kummle.

Jetzt wolle man sich Gedanken über die Wintersaison machen. "Eine komplette Hallensaison können wir uns zur Zeit nicht vorstellen", sagt Luan Kummle. Für seine Paradedisziplin, den Weitsprung, gibt es in Wehr oder Umgebung keine Halle. Anders sieht es beim Sprint und Hürdenlauf aus. Vielleicht werde er im Winter auch verstärkt den Fokus auf den Sprint über 100 und 200 Meter legen. Kummle: "Da gibt es auch badische Meisterschaften."

Bestmarke des Vaters noch ein Stück entfernt

Auch wenn für die Wintersaison noch vieles offen ist, weiß Luan Kummle, dass der Weitsprung seine Spezialdisziplin bleiben wird. Hier sieht er für sich noch Steigerungspotenzial. Die Bestmarke seines Vaters aus dessen aktiven Zeiten liegt bei 7,87 Meter. Da fehlt für Sohn Luan (6,66 m) noch mehr als ein Meter. Ein anderes Ziel ist aber durchaus greifbar. "Die Sieben-Meter-Marke will ich nächstes Jahr knacken", hat sich das Wehrer Talent fest vorgenommen.