Baden wird nicht verboten

Ulrich Senf

Von Ulrich Senf

Sa, 29. Juni 2019

Weil am Rhein

Keine offizielle Badebucht.

WEIL AM RHEIN (us). Die Stadt rückt mit der Erweiterung des Rheinparks in Friedlingen näher an den Rhein heran, aber eine offizielle Badebucht werde es in Weil trotzdem nicht geben, erklärt Landschaftsarchitekt Simon Maichle. Allerdings werde der Uferstreifen so gestaltet, dass Parkbesucher unmittelbar am Wasser sitzen können und derjenige, dem das Abkühlen der Beine nicht reicht, auch ins Wasser gelangt – auf eigene Gefahr.

Gerade an heißen Tagen wie sie zur Zeit zu erleben sind, ist der Wunsch nach Abkühlung groß. In Basel ist das Baden im Rhein geradezu zu einer Volksbewegung geworden – auch wenn der Spaß mit einigen Risiken verbunden ist. Erst am Donnerstag ist wieder ein Mann ertrunken, der offensichtlich die Strömung unterschätzt hatte.

In Weil hatte es im Rahmen des Gestaltungswettbewerbs für den Rheinpark auch Vorschläge gegeben, den Rhein als Badeplatz zu erschließen. Solch eine offizielle Badebucht oder einen Kiesstrand gibt es nun aber in der aktuellen Entwurfsplanung, die dieser Tage vom Büro Faktor grün der Stadt vorgelegt wurde, nicht. "Das geht nur, wenn die Stadt auch die Aufsichtspflicht wahrnimmt", erklärt Maichle. Allerdings habe man sich auf eine Art Kompromiss geeinigt: Das Baden im Rhein wird am neuen Rheinparkufer nämlich auch nicht ausdrücklich verboten – wer Abkühlung im Rhein sucht, der macht das auf eigene Verantwortung.

Die Ufergestaltung, so wie sie dieser Tage im Rahmen des grenzüberschreitenden Projektes "vis à vis" den Bürgern im Rheinpark vorgestellt wurde, sieht vor, dass entlang der Wasserkante Quadersteine platziert werden, die als Sitzgelegenheiten genutzt werden können und von wo aus "man seine Füße im Wasser baumeln lassen kann", wie Maichle beschreibt. Eine Kiesbank werde davor nicht aufgeschüttet, aber der heutige Uferverlauf sei schon so, dass man an vielen Bereichen Unterhalb der Steine im Wasser stehen könne, erklärt der Planer. Dabei soll es auch bleiben.

Groß war das Interesse der Bürger nicht nur an der eigentlichen Uferlinie, sondern auch am Gesamtkonzept für den Park. Dass der viel mehr Aufenthaltsqualität bietet, werde von den Bürgern begrüßt.