Ein Baustein der Wohnrauminitiative

Hannes Lauber

Von Hannes Lauber

Mi, 26. Juni 2019

Weil am Rhein

Richtfest an der August-Bauer-Straße: Die Stadt macht einen wichtigen Schritt zur Erfüllung ihrer selbst gesteckten Ziele.

WEIL AM RHEIN. Halbzeit für eines der größten Bauprojekte der Städtischen Wohnbau: Am Mittwoch feierten Geschäftsführer Andreas Heiler und OB Dietz gemeinsam mit zahlreichen Beteiligten das Richtfest an dem Wohnbaukomplex an der August-Bauer-Straße, der künftig 86 Ein- bis Fünf-Zimmer-Mietwohnungen bieten und dem Familienzentrum Wunderfitz, der Demenz-WG, der Caritas sowie der Diakoniestation ein neues Domizil bieten wird. Dafür hat die Städtische Wohnbau rund 43,5 Millionen Euro investiert.

Das Wetter meinte es am Dienstag allerdings ein wenig zu gut mit den Feiernden. Angesichts strahlenden Sonnenscheins und schweißtreibender Temperaturen beschränkten sich OB Dietz, Architekt Martin Rau und Wohnbau-Geschäftsführer Andreas Heiler auf eine gekürzte Fassung ihrer Ausführungen. Dietz rief in Erinnerung, dass Weil am Rhein Zuzugsregion ist, im Zuge der Flüchtlingsunterbringung 450 Menschen versorgt werden müssen und zudem der persönlich genutzte Wohnraum jedes einzelnen immer größer wird. Seit 2004 seien fast 1500 neue Wohnungen entstanden.

Doch das reicht nicht aus. Deshalb hat die Stadt eine Wohnbauinitiative gestartet. Das Projekt der Wohnbau an der August-Bauer-Straße hat sie gefördert, indem sie zwei Grundstücke von etwas mehr als 6000 Quadratmetern zu einem günstigen Erbpachtzins von 2,5 statt sonst vier Prozent bereitgestellt hat, verdeutlichte Dietz. Erfreulich sei zudem, dass die Demenz-WG der Caritas, die Diakoniestation und das Familienzentrum Wunderfitz dort eine neue Bleibe fänden.

Architekt Martin Rau vom Büro Herrmann & Bosch zeigte sich zufrieden mit der nun sichtbar werdenden Realisierung seiner Pläne. Es sei nicht ganz einfach gewesen, das Projekt an dieser Nahtstelle von gewerblicher Nutzung (Vitra) und Wohnbebauung umzusetzen. Mit den vier Gebäuden, deren erstes nun Richtfest feierte und vier Geschosse aufweist, während die beiden nächsten fünf und das letzte schließlich sogar sechs Stockwerke hat, sei aber eine gute Lösung gelungen. Als Herausforderung habe sich auch die gute konjunkturelle Lage erwiesen, da es auf verschiedene Ausschreibungen nicht auf Anhieb Angebote gab und mehrere Durchgänge nötig wurden. Das habe letztlich auch dazu geführt, dass die Fertigstellung von Haus 1 zunächst zwar für Oktober vorgesehen war, nun aber erst Anfang Februar erfolgen könne. Positiv sei jedoch, dass das Budget gehalten werde.

Wohnbau-Geschäftsführer Andreas Heiler zeigte sich trotz der leichten Verzögerungen mit dem Verlauf des Projekts und der Arbeiten ausgesprochen zufrieden, zumal vor dem Baubeginn noch zahlreiche Vorleistungen zu erbringen waren. Abgesehen von der Planung mussten Artenschutzgutachten, Bodengutachten, Versickerungsgutachten und eine Kampfmittelvorerkundung mittels einer Luftbildauswertung in Auftrag gegeben werden. Um spätere Schadenersatzansprüche von Nachbarn abwehren zu können, wurde eine Beweissicherung mit einer Bilddokumentation per Drohnenflug vorgenommen. Und schließlich fand auch noch eine Kamerabefahrung des städtischen Kanals statt.

Von den vier Gebäuden ist Haus 1 nun am weitesten fortgeschritten. Seine 24 Wohnungen werden ab Anfang Februar zur Verfügung stehen. Zwölf weitere folgen in Haus 2 gegen Ende Februar. Etwas länger brauchen die restlichen 52 in Haus 3 und 4, die gegen Ende 2020 fertig werden sollen. Unter diesen beiden Häusern liegt auch die große, zweigeschossige Tiefgarage, in der sämtliche Stellplätze für alle Wohnungen in den vier Gebäuden entstehen. "In spätestens zwei Jahren werden wir mit den Bewohnern das erste Hoffest feiern", versprach Heiler zum Abschluss.

Dann war es an den Vertretern der Baufirma Moser von erhöhter Warte den Richtspruch auszubringen und schließlich – als Glücksbringer für die Anlage – die Gläser im Hof des Wohnkomplexes vor den Gästen der Richtfeier zu Bruch gehen zu lassen.

Weitere Informationen zum Wohnbauprojekt August-Bauer-Straße findet man unter mehr.bz/augustbauer