Weinbau

Wein ist ein Genuss- und Rauschmittel

Rainer Huschens

Von Rainer Huschens (Bahlingen)

Sa, 14. März 2020

Leserbriefe

Zu: "Kurswechsel beim Weinbauverband", Beitrag von Klaus Riexinger (Land und Region, 5. März)
Bei dem Beitrag erwartet man neue Aktivitäten von dieser Vereinigung zur Reduzierung der sogenannten Pflanzenschutzmittel im Weinbau. Gleich in der zweiten Überschriftenzeile taucht dann jedoch auch noch das Staatliche Weinbauinstitut Freiburg auf. Im Text wird eben mal an die personelle, nicht nur dienstliche Verflechtung des Ministeriums für den ländlichen Raum mit diesem Weinbauinstitut erinnert. Und so werden in diesem Beitrag lustig die Bälle von einem zum anderen gespielt, irgendwie ganz im Gleichklang der Ziele und Ideen. Verpflichtungen hin und her, man wolle doch keinen "horrenden Aufwand" zum "Datensammeln" betreiben, "Erfolge" stellen sich ja auch so ein.

Am Schluss weiß man gar nicht mehr, was das Ministerium und sein Institut eigentlich vom Verband der Weinerzeuger noch unterscheidet. Angesichts dieser selbstverständlichen Einigkeit möchte ich daran erinnern, dass Wein kein Lebensmittel ist, sondern ein Genuss- und Rauschmittel, das zu Sucht (zirka 1,77 Millionen Abhängige) und Krankheit (zirka 40 Milliarden Euro Kosten) führen kann. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sich angesichts dieser klaren Datenlage, das Land Baden-Württemberg erlaubt, sowohl ein Staatliches Weinbauinstitut als auch eine staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein und Obstbau als auch mehrere staatliche Versuchsweingüter und letztlich auch noch eine Staatsbrauerei zu betreiben. Rainer Huschens, Bahlingen