Privatisierung

Weitere Durchmischung ist längst überfällig

Michael Konstanzer

Von Michael Konstanzer (Freiburg)

Mo, 20. September 2021

Leserbriefe Freiburg

Zum Bericht "Diskussion um bezahlbaren Wohnraum" (BZ vom 10. September), in dem es um Privatisierungspläne der stadteigenen Freiburger Stadtbau GmbH im Stadtteil Weingarten geht.

Wohnungen der Stadtbau privatisieren oder nicht? Stefan Borho vom "Forum Weingarten" sagt im Artikel darüber sinngemäß: Ein Teil der Bevölkerung Weingartens wünscht mehr Privatisierung "und das, als ob Eigentümer von Wohnungen die besseren Menschen seien".

Ich sage, es sind keine besseren Menschen, aber sie gehen als Eigentümer sorgsamer mit ihrem Umfeld um, identifizieren sich eher mit ihm und bringen mehr Kaufkraft für die Geschäfte. Daran mangelt es im Stadtteil sehr stark. Beispiele der Vermüllung gibt es zuhauf. Seit die Einkaufswagensperren bei Aldi im EKZ aufgehoben sind (es sollen bald neue Sperren für alle Geschäfte folgen), sind die Einkaufswagen dort wieder Mangelware. Die Leute nehmen sie wie früher wieder mit nach Hause, sagte ein Aldi-Angestellter. Das zeigt doch, dass bestimmte Kunden nicht lernfähig sind. Solche Probleme gibt es beispielsweise in Herdern nicht. Seit der Stadtteilgründung wurden problembeladene Bürger fast ausschließlich in Weingarten angesiedelt. Das führte zum schlechten Image des Stadtteils, das man von Seiten der Stadt endlich verbessern will. Eine weitere Durchmischung mit mehr Eigentümern ist deshalb längst überfällig, denn in Weingarten haben bis jetzt nur zwei Prozent der Bürger Eigentum. Viele Kritiker der Privatisierung haben aber selbst Eigentum in anderen Stadtteilen. Welch ein Widerspruch zu ihrer Kritik. Michael Konstanzer, Freiburg