Welche Behandlung ist bei lebensbedrohlicher Erkrankung erwünscht?

Kai Kricheldorff

Von Kai Kricheldorff

Do, 27. Februar 2020

Breisach

In einer Vortragsreihe des Seniorennetzwerks Kaiserstuhl-Tuniberg informiert der Breisacher Mediziner Erwin Grom über das Thema Patientenverfügung.

BREISACH / KAISERSTUHL / MERDINGEN. Über das hochaktuelle Thema "Patientenverfügung" informieren das Seniorennetzwerk Kaiserstuhl-Tuniberg und die Beratungsstelle für ältere Menschen und deren Angehörige
in ihrer Veranstaltungsreihe im März. Mit Erwin Grom konnte dafür ein ausgewiesener Experte als Referent gewonnen werden. Der Breisacher Mediziner war viele Jahre lang Chefarzt und Ärztlicher Direktor des Ameos-Krankenhauses Dr. Lay in Bischoffingen und bis 2018 Präsident des Badischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbands (BBS).

Besonders im Alter stehen viele Menschen vor der Frage: "Wie intensiv darf und möchte ich im Falle einer lebensbedrohlichen Krankheit medizinisch behandelt werden?" Darauf eine Antwort zu geben, fällt nicht leicht. Denn oft kann eine erst gestern dazu getroffene Entscheidung schon übermorgen ganz anders bewertet werden, weil sich die Bedingungen verändert haben.

Natürlich ist die schriftliche Abfassung einer Patientenverfügung in jedem Fall zu empfehlen. Beachten sollte man dabei aber, dass jede Verfügung eindeutige Festlegungen und Formulierungen enthalten muss, um Unsicherheiten, Fehlinterpretationen und schlimmstenfalls sogar Missbrauch von vornherein auszuschließen.

Den sehr sensiblen Problemkreis der Patientenverfügung versucht die Politik seit einiger Zeit gesetzlich zu regeln. In Bezug auf ihre teilweise sehr weitgehenden Auswirkungen müssen diese Bestrebungen jedoch kritisch hinterfragt werden. In seinem Vortrag informiert Erwin Grom über Fragen, die im Zusammenhang mit der Patientenverfügung zu bedenken sind, um die richtige Vorsorgeentscheidung treffen zu können. Im Anschluss an seine Ausführungen steht der Referent für Fragen aus dem Zuhörerkreis zur Verfügung.

Im kulturellen Rahmenprogramm, das traditionell Teil der Veranstaltungsreihe des Seniorennetzwerks ist, rezitieren Brigitte und Karl-Anton Hanagarth aus Breisach heitere Texte beliebter Autoren wie Wilhelm Busch, Eugen Roth und Kurt Tucholsky.

Gemeinsam mit der Beratungsstelle für ältere Menschen und deren Angehörige veranstaltet das Seniorennetzwerk Kaiserstuhl-Tuniberg seit 2012 eine jährliche Informationsreihe zu altersrelevanten Themenbereichen wie Gesundheit, Pflege und Vorsorge. Diese wenden sich an Seniorinnen und Senioren und deren Angehörige. Die Informationsabende finden in Breisach, Ihringen, Merdingen und Vogtsburg statt, deren Kommunalverwaltungen sie auch unterstützen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.