Reisen

Welche Gesten funktionieren im Ausland - und welche nicht?

dpa

Von dpa

Mi, 16. August 2017

Panorama

Manche vertrauten Gesten kommen im Ausland ganz anders an als hierzulande / Was auf Reisen zu beachten ist.

HANNOVER (dpa). Mancher Fingerzeig kann im Urlaub besonders hilfreich sein – denn wer die Sprache seines Reiselandes nicht spricht, der kommt auch mit Gesten oft weiter. Viele davon sind international gültig, doch in manchen Fällen kann das nach hinten losgehen. Statt eines gut gemeinten Zeichens beleidigt man dann sein Gegenüber.

Das O-Zeichen mit Daumen
und Zeigefinger im Kreis

Vor allem in den USA bedeutet dies "Okay, prima". Auch in Deutschland findet die Geste Verwendung zum Beispiel für "Spitze" oder "1A", etwa dann, wenn man gut gespeist hat. In Frankreich und Belgien würde man mit dem O-Zeichen jedoch einen Menschen oder eine Sache als wertlos abstempeln. In Thailand und Brasilien deutet die Geste auf Obszönes hin, in Mexiko ist es eine Einladung zu sexueller Aktivität.

Winken
Das Winken bedeutet in den USA und den meisten Länder Europas Abschied oder Begrüßung. Macht man dies jedoch in Südostasien und der Türkei, wenn man sich direkt gegenübersteht, ist das eine Beleidigung. Das Herbeiwinken kann in Teilen Asiens und Ozeaniens ebenfalls als unverschämt empfunden werden – dort werden nur Hunde herbeigewunken. In Japan hingegen kann es vorkommen, dass einem Touristen gewunken wird, indem die Hand mehrfach nach vorne abgeknickt wird. Das ist dann kein Versuch, den Reisenden loszuwerden oder ihn zu verabschieden, sondern er wird herbeigewunken.

Den Vogel zeigen
In Deutschland eine negative Geste, ist der per Fingerzeig angedeutete Vogel im Kopf in den USA ein gut gemeinter Warnhinweis im Straßenverkehr. Er heißt: Die Polizei ist in der Nähe.

Das V-Zeichen
In Mitteleuropa verstehen viele Menschen das "Victory"-Zeichen als Siegesgeste oder alternativ als ein Zeichen für den Frieden. In Großbritannien, Irland, Neuseeland und Australien zum Beispiel wird das V-Zeichen dagegen als Symbol für das Fluchen verwendet – allerdings nur dann, wenn dem Gegenüber nicht die Handfläche gezeigt wird, sondern der Handrücken.

Daumen hoch
Während in Deutschland und den meisten anderen Ländern Europas der nach oben gestreckte Daumen etwas Positives aussagt wie "Gut gemacht" oder "Alles in Ordnung", ist dieser Fingerzeig zum Beispiel in Russland, Griechenland und Australien eine obszöne, rüde Geste.

Nicken
Nicken bedeutet Zustimmung oder Verständnis – aber nicht überall. Bewegt sich der Kopf nur einmal nach oben und nach unten, steht das in Teilen Südosteuropas für "Nein". In Indien ruft man mit einem Nicken eine Person zu sich. Und mit einem Kopfschütteln in einem weiten Halbbogen von Schultern zu Schultern wird auf dem indischen Subkontinent Zustimmung, Verstehen und Respekt vermittelt.

Mit dem Finger zählen
Auf dem Basar oder auf einem fernöstlichen Markt sind Stückangaben mit den Fingern ein scheinbar einfacher Weg, die gewünschte Zahl Obststücke zu bekommen. Nicht so hingegen in Japan: Mit gestrecktem Daumen und Zeigefinger kauft man gleich fünf statt zwei Stücke. Und in China geht es dann sogar um acht Stücke.