Homeoffice

Wenn die Gemütlichkeit bei der Arbeit zuhause siegt

Dora Schöls

Von Dora Schöls

Do, 07. Mai 2020 um 15:35 Uhr

Panorama

Ungeschminkt, fettige Haare, Jogginghose: Was wir im Homeoffice am eigenen Leib erleben, hat nun ein Kosmetikhersteller bestätigt. Die Körperpflege ist bei der Arbeit daheim weniger wichtig.

Am ersten Morgen im Homeoffice sind die Handgriffe im Badezimmer noch die gleichen wie immer: Haare föhnen, Wimpern tuschen, Armbanduhr anziehen. Erst dann ist man gewappnet, der Arbeitstag kann beginnen. Am dritten Morgen schon zögert man kurz mit der Wimperntusche: Wofür eigentlich schminken? Es sieht einen ja doch nur der eigene Ehemann, und der weiß ja schließlich genau, wie zerknautscht man morgens aus dem Bett fällt.

Am fünften Morgen überlegt man sich, ob die Haare wirklich gewaschen werden wollen. Die gehen doch noch einen Tag, heute ist ja keine Videokonferenz geplant. Nach zwei Wochen Heimarbeit schlüpft man am Morgen nur noch schnell in eine Jogginghose und einen Schlabberpulli: Die Gemütlichkeit hat gesiegt.

Was die meisten nach wochenlangem Corona-Lockdown in der einen oder anderen Form erlebt haben, spürt auch der niederländisch-britische Kosmetikhersteller Unilever. Die Menschen kaufen weniger Haar- und Hautpflegeprodukte, berichtet die Financial Times. Im Homeoffice rasierten sich die Leute seltener, wüschen weniger die Haare, sogar Deodorants würden weniger gebraucht.

Stattdessen, so das Wirtschaftsblatt, steigt die Nachfrage an Putzmitteln. Das ist eine gute Nachricht, allemal für Unilever, aber unbedingt auch für alle Küchenschränke, Kellerregale und Wohnzimmerfenster, die selten so geglänzt haben wie zu Corona-Zeiten. Nur folgerichtig, dass das Heim schön aussehen soll, da man doch jetzt so viel Zeit darin verbringt. Von den eigenen vier Wänden sieht man immerhin deutlich mehr als von sich selbst.

Statt der Haare wird jetzt eben die Zimmerpflanze gestylt, statt der neuen Schuhe gibt es einen neuen Badvorleger und statt des Barts wird nun das Fahrrad getrimmt. Schade nur, dass man damit keine Kollegen beeindrucken kann. Oder doch – die Computerkamera lässt sich bei der nächsten Videokonferenz sicher etwas geschickter ausrichten.