Wenn es stetig klopft, brutzelt und zischt ...

Silke Hartenstein

Von Silke Hartenstein

Di, 03. September 2019

Bad Bellingen

In Hertingen ging zum fünften Mal das Peter-Kiefer-Gedenkfest über die Bühne – und alle Tische und Bänke waren bestens besetzt.

BAD BELLINGEN-HERTINGEN. Wenn man aus der Festküche ein stetiges Klopfen, Brutzeln und Zischen hört, wenn die Autos ganz langsam durch die Straße Im Tal fahren und Besucher aus Hertingen und weit darüber hinaus behaglich beisammen sitzen – dann ist wieder Peter-Kiefer-Gedenkfest in Hertingen.

Alle zwei Jahre wird das Fest zu seinem Gedenken gefeiert. So auch am vorigen Wochenende. Hanspeter Kiefer engagierte sich im Ortschaftsrat, im Hertinger Vereinsleben und im Hotel/Restaurant Sonja, das er 25 Jahre lang gemeinsam mit seiner Ehefrau Angela führte. Schnitzel mit Spätzle waren seine Spezialität, und zu seinem 70. Geburtstag hatte er ein Schnitzelfest für das ganze Dorf veranstalten wollen. Leider kam es dazu nicht mehr, doch seine Angehörigen und Freunde setzen die Idee alle zwei Jahre in die Tat um.

Und so gab es auch jetzt, beim fünften Gedenkfest, bis in die Nacht hinein jede Menge große, knusprige Sonja-Schnitzel mit Sauce, Spätzle oder Pommes und selbst gebackene Kuchen zum Dessert. 20 Helfer hatten hier – unter anderem beim Schnitzelklopfen – alle Hände voll zu tun. Auf die Frage, wie sich Schnitzelbraten bei 30 Grad im Schatten anfühlt, gab eine Helferin lachend eine klare Antwort: "Sehr heiß."

Da war es an den langen Tischen deutlich angenehmer. "Ach Leute, geht’s uns gut", fand eine Besucherin aus dem Ruhrgebiet, die zum ersten Mal dabei war: "Jetzt haben wir gut gegessen, wir haben zu trinken und sitzen hier schön zusammen." Zu ihrer Tischrunde gehörten unter anderem ein Stuttgarter, ein Paar aus dem Hochsauerland und eine Finnin. Einige Tische weiter machte es sich ein Ehepaar aus Mulhouse gemütlich. "Ich bin ein früherer Arbeitskollege vom Peter und komme regelmäßig zu Besuch", erzählte der Elsässer. Auch aus der näheren Nachbarschaft kamen natürlich auch Besucher. Sie mussten ebenso wenig durstig bleiben wie ihre vierbeinigen Freunde – für Hunde standen Wassernäpfe bereit. Am voraussichtlich letzten heißen Nachmittag dieses Sommers war der Festbetrieb trotz der Schatten spendenden Sonnenschirme erst noch etwas verhalten. Allerdings fiel Angela Kiefer auf: "Junge Lüt sin unheimlich viel da gsi um die Zit". Von 18 Uhr an begann dann der Zustrom der Besucher, und in den Abendstunden waren die Tische und Bänke bis fast hinab zum früheren Hotel Sonja bestens besetzt. Der Festerlös kommt wie immer sozialen Zwecken im Dorf zugute. Aus dem Erlös vom Fest 2017 erhielten die fünf Vereinsfahrer vom MSC Rebland eine Spende, ebenso der Gewinner des Enduro-Rennens.