Tipps von Experten

Wenn Küchenhelfer wie Toaster oder Wäschetrockner Feuer fangen

Claudia Müller

Von Claudia Müller

Di, 22. Juni 2021 um 11:37 Uhr

Bad Säckingen

In Bad Säckingen musste die Feuerwehr jüngst zwei Mal ausrücken wegen schorender Elektrogeräte.Das kann passieren, wenn sie defekt oder falsch angeschlossen sind. Experten geben Tipps.

Kokelende Brotkrumen im Toaster, ein überhitzter Wasserkocher, ein defekter Wäschetrockner – Geräte in Küche und Keller können für Rauch, Brand und Feuerwehrsirenen sorgen. Wegen eines brennenden Toasters in einer Wohnung und einer vor sich hin klimmenden Tiefkühltruhe in den Beck-Arkaden rückte die Bad Säckinger Feuerwehr jüngst aus. Warum Elektrogeräte gefährlich sein können und worauf beim Kauf zu achten ist, erklärt die BZ.

Wie gefährlich sind Toaster, Kaffeemaschine und Co.?

"Selbst ausgeschaltete und nur ans Stromnetz angeschlossene Geräte sind brandgefährlich", warnt Mathias Albicker, Pressesprecher der Polizei im Landkreis Waldshut. Immer wieder müsse die Feuerwehr ausrücken, weil ein Haushaltsgerät vor sich hin schmore, bestätigt auch Mark Jagenow, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Bad Säckingen.

"Selbst ausgeschaltete und nur ans Stromnetz angeschlossene Geräte sind brandgefährlich"Mathias Albicker, Polizeisprecher
Wenn es brennt, liege das häufig am Benutzer, erklärt Jagenow: Der Topf bleibt unbeaufsichtigt auf der eingeschalteten Herdplatte stehen, der Schalter wird gedrückt, obwohl der Wasserkocher leer und im Toaster kein Brot ist. Eine entscheidende Rolle spiele auch das Alter der Geräte, sagt Markus Ays, der in Bad Säckingen ein Elektrogeschäft betreibt. Eine in die Jahre gekommene Tiefkühltruhe könne beispielsweise zu kokeln beginnen, wenn die Tür nicht richtig geschlossen ist. Dann läuft das Kühlaggregat über längere Zeit auf Hochtouren, bis es schließlich überhitzt. Heutzutage seien jedoch in viele Geräte Schutzvorrichtungen eingebaut, betont Ays. Auch Mehrfachsteckdosen bergen ein Brandrisiko. Gefährlich ist es, wenn zu viele Geräte, die viel Strom brauchen, an einer Steckdosenleiste angeschlossen sind. Das kann die Leitung überlasten und Wärme entsteht, die einen Brand auslösen kann.

Auf Prüfsiegel achten

Elektromeister Markus Ays empfiehlt, auf Qualität zu achten und Haushaltsgeräte von Zeit zu Zeit auszutauschen. "Großgeräte wie eine Waschmaschine halten gut und gerne 20 Jahre, Kleingeräte müssen häufiger ersetzt werden", sagt er. Beim Kauf einer Steckdosenleiste sei darauf zu achten, dass das Kabel dick genug ist. Die Drähte in der Anschlussleitung müssen laut Ays im Durchschnitt 1,5 Quadratmillimeter dick sein. "0,75 Quadratmillimeter wie bei einer Nullachtfünzehn-Zuleitung aus dem Baumarkt reichen nicht", betont er.

"Großgeräte wie eine Waschmaschine halten gut und gerne 20 Jahre, Kleingeräte müssen häufiger ersetzt werden"Markus Ays, Elektromeister
Mark Jagenow von der Bad Säckinger Feuerwehr rät, beim Kauf von Elektrogeräten auf das CE-Kennzeichen der Europäischen Union zu achten. Der Hersteller garantiert mit diesem Siegel, dass sein Produkt den europäischen Sicherheitsvorgaben entspricht. Jagenow warnt jedoch vor einer Verwechslung. Ein Leerzeichen zwischen C und E steht nämlich nicht für "Communauté Européenne", also die europäische Gemeinschaft, sondern für China-Export.

Auch die regelmäßige Wartung der Geräte im eigenen Haushalt hält Jagenow für ratsam. Firmen in Deutschland schreibt das der Gesetzgeber sogar vor. Einmal im Jahr müssen sie alle ihre elektrischen Geräte von einem Fachmann oder von der Feuerwehr überprüfen lassen. "Da wird alles, was einen Stecker hat, auf Herz und Nieren geprüft", sagt Jagenow. Diese Vorkehrung empfiehlt er auch Privatleuten.

Was tun, wenn’s trotzdem brennt?

Fängt es im Haushalt trotz aller Vorsicht irgendwo zu glimmen an, sollte laut Feuerwehrmann Jagenow zunächst der Entstehungsbrand minimiert werden. Das heißt: Stecker raus und, wenn möglich, das Feuer mit einer Decke oder dem Feuerlöscher ersticken. Jagenow betont aber: "Das Wichtigste ist, sich dabei nicht in Gefahr zu begeben." Wenn der Rauch zu stark ist, sei es wichtig, das Gebäude zu verlassen. Und dann: Nachbarn warnen und Notruf wählen.