Medienwissenschaftler über Meinungsfreiheit

"Wenn man Widerspruch nicht ertragen möchte, sollte man vorsichtig sein"

Sebastian Kaiser

Von Sebastian Kaiser

Mi, 11. Dezember 2019 um 20:15 Uhr

Computer & Medien

BZ-Plus Wie steht es um die Meinungsfreiheit in Deutschland? Darf man noch sagen, was man will? Kommunikationswissenschaftler Klaus Meier spricht über eskalierende Debatten und Political Correctness.

BZ: Herr Meier, einer Studie des Allensbach-Instituts zufolge haben viele Menschen in Deutschland das Gefühl, sich zu bestimmten Themen nicht mehr frei äußern zu können. Darf man tatsächlich nicht mehr sagen, was man möchte?
Meier: Zunächst einmal finde ich einige Fragestellungen dieser Umfrage sehr seltsam. Dort wurde gefragt: Würden Sie sagen, man kann in der Öffentlichkeit zu allem frei seine Meinung äußern, oder muss man da bei einigen oder bei vielen Themen vorsichtig sein? Da sind zwei Aspekte verwurstet, die eigentlich getrennt werden müssten: Selbstverständlich kann man in Deutschland zu allem frei seine Meinung äußern – und genauso selbstverständlich ist es, dass man bei kontroversen Themen mit Widerspruch rechnen muss. Und wenn man diesen Widerspruch nicht ertragen möchte, sollte man vorsichtig sein. Eine solche Umfrage führt dann dazu, dass 78 Prozent sagen, man müsse vorsichtig sein. In extremer Auslegung solcher Studien hat man fast schon den Eindruck, als ob es in Deutschland wie in einer Diktatur zugehen würde. Gleichwohl werden diese Studien gerade jetzt gemacht, weil die Gesellschaft bei strittigen Themen stark polarisiert ist und deshalb mit Widerspruch ...

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