Corona-Regeln

Wer AHA-Regeln ablehnt oder nachlässig befolgt, sabotiert Bemühungen zur Verminderung der Todesfälle

Rolf Strohm

Von Rolf Strohm (Schopfheim)

Do, 07. Januar 2021

Leserbriefe

Zu: "Trotz Verbot in der Stadt unterwegs", Beitrag von Stephanie Streif und Konstantin Görlich (Land und Region, 21. Dezember)

Weltweit sterben täglich Tausende nachweislich an und mit Covid-19, Alte und Junge. In Italien sollen das bisher so viele Menschen sein wie im gesamten Zweiten Weltkrieg. Unzählige Mitbürger leiden an gesundheitlichen Spätfolgen dieses hochansteckenden Erregers. Trotzdem wird dessen Existenz von einigen Mitbürgern noch immer lautstark in Frage gestellt. Das ist schwer nachvollziehbar, aber in unserer Gesellschaft zulässig.

Wenn diese Leute jedoch meinen, bei Kontakten auf das Tragen einer Atemschutzmaske verzichten zu können und hierzu als "freie Bürger" ein Recht haben, irren sie. Denn sie bedrohen mit ihrer ich-bezogenen Handlungsweise außer der eigenen Gesundheit auch die körperliche Unversehrtheit von Mitbürgern. Niemand in unserer Gesellschaft hat das Recht, dieses Grundrecht zu verletzen. Und in der Schule lernte ich einst, dass die Freiheit des Einzelnen dort endet, wo die Freiheit des Anderen beginnt (Kant).

Wir leben in einer privilegierten Gesellschaft mit außerordentlich umfangreichen Bürgerrechten und Freiheiten. Sie fußen auf christlichen Werten und sind geprägt durch den Geist der Aufklärung und Solidarität. Für so eine Gesellschaft haben Menschen jahrhundertelang gekämpft. Wer bewusst Atemmasken zum Schutz von Mitbürgern ablehnt, handelt unsolidarisch und stellt sich außerhalb unserer gesellschaftlichen Ordnung – ganz gleich, wie und wodurch er sein Verhalten begründet, das immerhin dem Tatbestand einer in Kauf genommenen Körperverletzung nahe kommen dürfte.

Wer die AHA-Regeln ablehnt oder nachlässig befolgt, sabotiert die Bemühungen zur Verminderung der Todesfälle und Schwererkrankungen wegen Corona, trägt Mitschuld an steigenden wirtschaftlichen und kulturellen Schäden, betreibt das Geschäft der Populisten und sorgt unter anderem für einen Anstieg der Beiträge für die solidarische Krankenversicherung. Unsere Gesellschaft gründet in vielen Bereichen auf Solidarität. Sie ist auch die Basis für unser Gesundheitssystem, das wegen Missachtung der AHA-Regeln finanziell stark belastet und im Corona-Krankheitsfall sehr wohl auch von Corona-Besserwissern in Anspruch genommen wird. Rolf Strohm, Schopfheim