Wer stellt eine höhere Ansteckungsgefahr dar?

Jürgen Förster

Von Jürgen Förster (Freiburg)

Mo, 11. Januar 2021

Leserbriefe

Zu: "Größte Impfkampagne in Europas Geschichte läuft", Beitrag von BZ und Agenturen (Politik, 28. Dezember)

Landauf, landab erheben sich Stimmen gegen Privilegien oder Sonderrechte für Geimpfte. Warum eigentlich? Es ist nicht einzusehen, dass staatlich Geimpfte (natürlich zweimal) in Bus und Bahn weiterhin eine Maske tragen sollten, wenn Asthmakranke mit dem Attest eines Hausarztes davon befreit sind.

Wer stellt denn eine höhere Ansteckungsgefahr für Mitfahrer dar? Stellte nicht eine etwaige Befreiung von Reisebeschränkungen im Flugverkehr für Geimpfte, zum Beispiel von der Quarantäne, einen Anreiz für diejenigen Mitbürger dar, sich impfen zu lassen, die bisher diesem Verfahren eher skeptisch gegenüberstanden?

Nach den vollmundigen Berichten der Badischen Zeitung über das Anlaufen der Massenimpfungen im Lande, Bilder vom ersten Stich, wollte ich, ein 80-jähriger Risikopatient, das Impfen vor Ort anschauen. Ich fuhr also mit der Straßenbahn zur Messe.

Und was sah ich? Lange Warteschlangen vor der windumtosten Front von Sick-Arena und Messe? Nein, nur gähnende Leere und geschlossene Türen. Es gab keine Information, warum keine Impfungen stattfanden, sowie keinen Hinweis, unter welcher Telefonnummer oder Website sich Impfwillige einen Termin geben lassen könnten. Jürgen Förster, Freiburg