Widerstand geht weiter

Susanne Ehmann

Von Susanne Ehmann

Sa, 31. Oktober 2020

Müllheim

Mitglieder der BI "Rettet den Eichwald" blockieren Waldarbeiten.

Der Konflikt um den Eichwald geht weiter: Eine fünfköpfige Gruppe von Mitgliedern der Bürgerinitiative (BI) "Rettet den Eichwald" hat am Mittwochabend im Eichwald im Bereich der Sonnenhole Waldarbeiten behindert. Sie begaben sich in einen abgesperrten Bereich, in dem Fällungen stattfanden, um diese zu blockieren. Die Arbeiten wurden daraufhin aus Sicherheitsgründen abgebrochen.

Der BI gehen die Fällungen im Eichwald deutlich zu weit. Mit der Blockade wolle man ein Zeichen setzen für eine maßvolle Nutzung des Waldes, begründete BI-Mitglied Annikki Suger die Aktion. Auch die Entscheidung des Gemeinderats, der sich im Sommer mehrheitlich gegen einen Fällstopp ausgesprochen hatte, wie ihn Grüne und SPD forderten, möchte die BI nicht akzeptieren. Mit diesem "Weiter wie bisher" sei man nicht einverstanden, so Suger. Das Forsteinrichtungswerk sei angesichts des Klimaveränderungen nicht mehr zeitgemäß. Auf eine konstruktive Diskussion lasse sich die Stadtverwaltung aber nicht ein. "Wir machen weiter", sagte Suger. Die Stadtverwaltung bestätigte die Aktion der BI, man wolle sich zu den Vorgängen derzeit aber nicht weiter äußern, erklärte Bürgermeister Martin Löffler.

Um sie als "Naturdenkmale" zu kennzeichnen, versah die Bürgerinitiative ferner einige Eichen und Buchen im Eichwald mit Holztafeln. Auch das eine Kritik der BI am Vorgehen der Stadt. Die Stadtverwaltung habe die Vereinbarung bis heute nicht eingehalten, Waldrefugien auszuweisen und den Naturschutzbund (Nabu) und die BI bei der Wahl der auszuweisenden Waldrefugien einzubinden. Dem widerspricht die Stadtverwaltung allerdings: Man sei an dem Thema dran, teilte Beigeordneter Günter Danksin auf Nachfrage mit. Zum weiteren Vorgehen im Eichwald sagte Bürgermeister Löffler, es gebe eine vom Gemeinderat beschlossene und zehn Jahre gültige Forsteinrichtung. Voraussichtlich im Jahr 2022, nach dann fünf Jahren, werde man sich mit der Zwischenrevision der Forsteinrichtung im Gemeinderat befassen. Löffler wies zudem darauf hin, dass die Forstarbeiten auf der Basis der Beschlüsse des Gemeinderates durchgeführt würden.