Corona-Krise

Wie BZ-Redakteur Hubert Röderer drei Wochen selbst auferlegte Quarantäne erlebt hat

Hubert Röderer

Von Hubert Röderer

So, 05. April 2020 um 19:20 Uhr

Friesenheim

BZ-Plus Nach dem Skiurlaub in Tirol hat sich Hubert Röderer selbst eine knapp dreiwöchige Auszeit verordnet. Hier berichtet er von seinen Erlebnissen und Eindrücken aus Friesenheim-Oberschopfheim.

Quarantäne und Homeoffice − in das eine habe ich mich nach dem Tirol-Skiurlaub freiwillig begeben, das andere war die sinnvolle Entscheidung des Verlags. Das Arbeiten im privaten Büro im Einfamilienhaus in Oberschopfheim könnte noch Wochen anhalten, die vom Gesundheitsminister empfohlene Quarantäne ("Zum Glück haben wir einen Garten") werde ich jetzt, nach weit mehr als den empfohlenen 14 Tagen aufgeben, am Abstand halten aber weiter festhalten. Protokoll einer – weitgehenden – Isolierung.

Sonntag, 15. März
Siebter Skiurlaubstag in Vent im hinteren Ötztal in Tirol. Ein Traumtag, dennoch vorzeitige Abreise. Löblich: Der Wirt des Geierwallihofs – in der Umgebung wurde der populäre 50er-Jahre-Heimatfilm gedreht – erlässt uns die Gebühr für die letzte Nacht. Das benachbarte Paznauntal, mit Ischgl, und St. Anton werden isoliert. Tirol gilt ab sofort als Risikogebiet.

Bundesgesundheitsminister Spahn appelliert an alle Rückkehrer aus Italien, Österreich und Spanien, sich für zwei Wochen freiwillig in Quarantäne zu begeben. Auch wenn wir nicht in den neuralgischen Gebieten waren: Wir machen mit. Heimreise: Telefonat mit Tochter Julia, Studentin. Sie will auf Nummer sicher gehen: "Habe bald wichtige Prüfungen." Ein befreundetes Ehepaar biete ihr an, vorübergehend eine leerstehende Wohnung zu nutzen – "wollen halt später mal zum Grillen eingeladen werden." Gerne.

Montag, 16. März
Beginn zweite Urlaubswoche, erster Quarantänetag: zunächst aber noch Text geschrieben, der als Manuskript auf dem Schreibblock schlummerte: "Das Kreisarchiv". Kollegen könnten für ein rasches neutrales Thema noch dankbar sein.

Mutter (92) angerufen, die mitten im Dorf wohnt: "Wir sollen dich die nächsten 14 Tage nicht besuchen."

Julia beliefert uns alle paar Tage: Brot, Wurst, Nudeln, Salat. Haushaltsübliche Mengen. Sie rügt Hamsterkäufe anderer. Das Winzerhüs der örtlichen WG ist geschlossen, man liefere aber gerne. ...

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