"Wie ein Neustart"

Winfried Dietsche

Von Winfried Dietsche

Mo, 22. Februar 2021

FC Basel

Der FC Basel erkämpft sich zu zehnt gegen Lausanne-Sport ein 0:0 / Cömert sieht früh Rot.

(-di). Schlimmer könne es nicht mehr werden, hatte Clubbesitzer Bernhard Burgener vor dem Anpfiff in die Kamera des Bezahlsenders Blue gesagt. Nach dem 2:6-Desaster des FC Basel im Cup gegen den FC Winterthur gelte es, die Situation "tiefgründig" zu analysieren und die richtigen Schlüsse zu ziehen. "Wir werden alles auf den Kopf stellen", so Burgener. Auf dem Platz ist es der angeschlagenen Mannschaft hernach gegen den FC Lausanne-Sport gelungen, nach einer frühen Roten Karte für Eray Cömert ein 0:0 zu erringen. Für Trainer Ciriaco Sforza war es "wie ein Neustart".

Nach dem Tiefschlag vom Mittwoch hatte Sforza die Startelf auf acht Positionen verändert – teils freiwillig, teils unfreiwillig. Mit Jorge, Xhaka, Abrashi, Widmer, Petretta, Pululu, Stocker, van Wolfswinkel, Marchand, Padula, Sene, von Moos und Stevanovic meldete der FCB 13 Spieler als verletzt oder angeschlagen. Nach 20 Minuten verabschiedete sich zudem Cömert mit einer Tätlichkeit. Der Innenverteidiger hatte sich von Hicham Mahou (Gelb) provozieren lassen und dem Gegenspieler ins Gesicht gefasst.

"Jeder muss für den anderen gehen, jeder muss fighten, jeder muss alles geben für den Verein, das haben wir heute gezeigt", strich Luca Zuffi den Einsatz der Spieler ("Das muss die Grundlage sein") als Schlüssel zum Punktgewinn heraus. "Seit Ewigkeiten", so der Mittelfeldmann, der im Match gegen seinen Stammclub Winterthur nur Zuschauer gewesen war, "haben wir es mal wieder geschafft, zu null zu spielen."

Fußballerischen Glanz hat die Super-League-Partie im St.-Jakob-Park gewiss nicht verbreitet, vielmehr lebte das Geschehen vom Kampf und von der Spannung. In der Nachspielzeit bot sich beiden Teams noch die Gelegenheit zum Siegtreffer: Gästestürmer Evann Guessand fand in Goalie Heinz Lindner seinen Meister (93.), und für die Gastgeber – bei denen die Personalsituation dem eigentlich aussortierten Flügel Aldo Kalulu eine neue Chance eröffnet – zielte Arthur Cabral, nach einem Sololauf allein vorm Tor, zu hoch (96.).

"Ich habe heute eine Antwort bekommen von der Mannschaft", hielt Bankchef Sforza fest – um seinerseits mit einem "großen Kompliment" an die Akteure zu antworten: "Sie haben bewiesen, dass sie es können." Es gehe nur, "wenn jeder für den anderen da ist". Der Teilerfolg vom Samstag, mit dem der FCB den zweiten Tabellenplatz verteidigt hat, sei "Gold wert im Mentalen".