Skispringen

Wie Funktionäre die Skisprung-Weitenjagd beschneiden

Johannes Bachmann

Von Johannes Bachmann

Fr, 28. August 2020 um 09:01 Uhr

Skispringen

BZ-Plus Skispringen bleibt auch in Corona-Zeiten komplizierte Sisyphus-Arbeit: Die Anzüge der Weitenjäger werden einmal mehr modifiziert, die Keile unterm Sprungschuh müssen millimetergenau sitzen.

Rolf Schilli, wortmächtiger Skisprung-Landestrainer, im Winter 2018 vom Deutschen Skiverband als Weitenjäger-Macher des Jahres ausgezeichnet, kennt ihn, den antiken Herrn Sisyphus. "Der hatte es leichter. Der musste einst nur immer wieder einen Stein den Berg hochrollen." Schillis Springer, die in den vergangenen Tagen zu Trainingsflügen im österreichischen Stams abhoben, trifft es härter. Wieder einmal müssen sie sich an neue, enger geschnittene Anzüge gewöhnen und fühlen sich darin, als hätte man ihnen die Flügel gestutzt.

Wieder einmal wird das so penibel ausgeklügelte "System" aus Mensch, Ski, Flugpelle, Schuh und Bindung torpediert – durch den internationalen Skiverband (FIS). Die Regel- und Materialänderungen der FIS treffen die Weitenjäger alljährlich im Frühjahr wie Hagelschauer. Wer sich verweigert, wird verbeult, wer sich notgedrungen mit den aerodynamischen Eingriffen in die Flugtechnik arrangiert, den erwartet ein monatelanger Lernprozess. Die Eingriffe der FIS seien kein Selbstzweck, so Schilli, sondern der Versuch, die Weitenjagd zu limitieren und die Flugkurven abzuflachen. Ein Versuch, der an die Hatz zwischen Hase und Igel erinnert. Bisher haben es die Skispringer immer wieder geschafft, die von den internationalen Skisprung-Funktionären verordneten aerodynamischen Nachteile mit geänderter Trainingssteuerung auszuhebeln.

Was bleibt, sind die Kosten. Weitenjäger wie der für den SC Hinterzarten abhebende Waldauer Sebastian Rombach, der zurzeit bei der Bereitschaftspolizei in Lahr in die Beamtenlaufbahn einsteigt und die Freiräume im Urlaub für Höhenflüge nutzt, muss ...

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