Zisch-Schreibwettbewerb Frühjahr 2021 I

Wie ich zur Ziegenflüsterin wurde

Di, 23. März 2021 um 14:07 Uhr

Schreibwettbewerb

Von Lilli-Camille Pella, Klasse 4, Alemannenschule, Mengen

Am letzten Samstag war es endlich so weit. Meine Klasse und ich durften endlich die Druckerei der Badischen Zeitung besuchen. Olaf, unser Hausmeister, holte uns wie immer mit einem Wagen der Freiwilligen Feuerwehr Mengen ab, um uns nach Freiburg zu fahren. Wir stiegen fröhlich mit unserer Lehrerin Frau Kipf ein und fuhren los.

Doch schon bald musste Olaf scharf bremsen. Was war geschehen? Wir reckten alle die Köpfe und sahen das Unglück. Die Ziegen des Bauern Weiss hatten sich auf der Straße breitgemacht und blockierten sie. Olaf wollte rückwärts fahren, doch hinter uns hatte sich schon eine Schlange aus Autos gebildet. Eine ganze Ziegenfamilie stand mitten auf der Straße und "glotzte" uns an. Olaf hupte, doch die Tiere interessierte das nicht. Der Ziegenvater schaute mürrisch zu uns hinüber.

Als Olaf dann ausstieg und versuchte, den Bock an den Hörnern zu packen, um ihn wegzuziehen, trat dieser Olaf in den Po. Das sah so komisch aus, dass alle Kinder und auch Frau Kipf lachen mussten. Und auch Olaf musste lachen, als er sich von seinem Schreck erholt hatte. Es war zum "Mäuse melken". Die Tiere wollten sich einfach nicht von der Straße wegbewegen. Nach und nach versuchten manche Kinder ihr Glück. Doch nichts wollte klappen.

Nun hatte auch ich eine Idee. Ich nahm meine Thermoskanne und füllte etwas von dem warmen Inhalt in meine Tasse. Vorsichtig ging ich zum Ziegenvater und hielt sie ihm vor die Schnauze. Der Dampf stiegt ihm in die Nase und machte ihn neugierig, denn er lief auf mich zu. Ganz langsam ging ich nun rückwärts und er folgte mir. Seine ganze Familie lief ihm hinterher. Ich hatte es geschafft! Die ganze Ziegenfamilie stand nun auf der Wiese und die Straße war frei. Alle Kinder wollten nun wissen, mit welcher geheimnisvollen Flüssigkeit ich die Ziegen von der Straße gelockt hatte. "Das war Früchtetee!", sagte ich. Wir alle mussten lachen. Die Fahrt nach Freiburg konnte nun weitergehen und wir kamen noch pünktlich bei der Druckerei an. Diese aufregende Fahrt mit meiner Klasse werde ich niemals vergessen.