Wie im schlechten Film

Mario Schmidt

Von Mario Schmidt

Di, 03. September 2019

Kreisliga Hochrhein

FUSSBALL-KREISLIGA A:BW Murg hadert nach Pleite in Nöggenschwiel / Engpass beim FC Bad Säckingen mit wochenlangen Folgen?.

LÖRRACH. Die Fußball-Kreisliga A ist in vollem Gange, und einige Vereine bestätigen zu Saisonbeginn die Prognosen der Experten. Andere hingegen sorgen für Überraschungen. Beim FC Bad Säckingen scheint die neue Runde erst am neunten Spieltag so richtig loszugehen.

Für Aufsehen sorgte die Partie zwischen dem SV Nöggenschwiel und BW Murg. Mit einem Sieg der Pavano-Elf gegen die favorisierten Gäste hatte wohl kaum jemand gerechnet. Nöggenschwiel gewann mit 3:0 und laut BW-Coach Sven Oertel ging das Ergebnis aufgrund der zweiten Halbzeit auch in der Höhe in Ordnung. Im zweiten Durchgang hätte seine Truppe "nach 60 Minuten auch gut und gerne mit 0:4 zurückliegen" können. Oertels Fazit: "Die zweite Halbzeit war mit das schlechteste, was wir bislang gespielt haben."

SV Albbruck setzt sich mit geradlinigem Spiel durch

Zwist gab es derweil um Schiedsrichter Jürgen Vogelbacher (Horheim). Bei BW Murg hüllte man sich in Schweigen, dem Vernehmen nach waren die Gäste jedoch dezent erbost über dessen Spielleitung. Auf Nöggenschwieler Seite bezog hingegen Peter Jehle Stellung. Der Co-Trainer und zweite Vorsitzende bezeichnete das Verhalten von Gäste-Zuschauern gegenüber dem Unparteiischen als "nicht akzeptabel" und "unter aller Sau". Die Murger hätten sich zu unrecht benachteiligt gefühlt und vermehrt den Schiedsrichter attackiert, sodass dieser das Spiel unterbrechen und einem Gäste-Zuschauer ein Platzverbot erteilen musste. Insgesamt bescheinigte Jehle dem Schiedsrichter eine gute Spielleitung.

In Bad Säckingen hat man ganz andere Sorgen. Trainer Rusmir Omeragic musste bei der 0:2-Niederlage gegen den SV Albbruck auf zwölf Akteure verzichten – sei es urlaubs- oder verletzungsbedingt. Ausfälle, die nicht zu kompensieren und für den Trainer der alleinige Grund sind, warum der Club nach drei Spielen mit null Punkten dasteht: "Es ist wie in einem schlechten Film. Alles läuft gegen uns – eine einzige Katastrophe", so Omeragic.

Er rechnet damit, dass er "noch vier bis fünf Spieltage" warten müsse, bis für seine Mannschaft die Saison richtig losgehen könne. "Bis dahin sind die meisten Spieler wieder da. Solange müssen wir versuchen, irgendwie zu punkten."

Sein Team hätte mit etwas mehr Cleverness bis dato auch drei Remis holen können, befand Omeragic, der Bad Säckingen im anstehenden Duell mit der SG Mettingen/Krenkingen jedoch chancenlos sieht: "Die sind unschlagbar. Das ist das beste Team der Liga. Wir werden kämpfen, aber es wird sehr schwer, dort etwas zu holen", sagt der Trainer und nimmt dadurch vorab auch schon mal ein wenig Druck von seinen Spielern.

Die ersten drei Saisonzähler strich Albbruck ein, in einem "fairen Spiel auf Augenhöhe, das wir aufgrund einer agileren und geradlinigeren zweiten Halbzeit gewinnen konnten", so Vorstand Christian Kasper, der vor dem kommenden Gegner warnt: "Der SC Lauchringen ist gut gestartet. Wir müssen eine kämpferisch geschlossene Leistung auf den Platz bringen, um eine Chance haben zu können." Den Saisonstart des SVA stuft Kasper als "verhalten" ein. "Wir könnten drei Punkte mehr auf dem Konto haben, aber wir bleiben ruhig und hoffen, uns bald stabilisieren zu können", so der Vorstand.

Eine Chance rechnet sich in der West-Staffel der FC Wehr gegen den FC Hausen in zwei Wochen aus: "Dort müssen wir uns dem ersten richtig starken Gegner stellen", so Coach Uwe Kraehling, dessen Team zuvor auf den FV Lörrach-Brombach III trifft. Doch ob der angespannten Personallage der FVLB-Reserve, die ihre Partie am Sonntag gegen den FC Hauingen absagte und am Grünen Tisch mit 0:4 verlor, muss man laut Kraehling erst abwarten, "ob das Spiel überhaupt stattfinden kann".

Die Wehrer sollen in dieser Runde in erster Linie attraktiven Fußball spielen, der optimalerweise so erfolgreich ist, um sich in den oberen Tabellenregionen ansiedeln zu können. Aufbauen kann der Bezirksliga-Absteiger auf seine Leistung bei den SF Schliengen. "Die Jungs haben die taktischen Vorgaben auf den Platz gebracht", so Kraehling, der eine Woche zuvor noch mit seiner Elf gehadert hatte. Der 4:1-Sieg gegen den Aufsteiger war für ihn "absolut verdient, da wir über das ganze Spiel gesehen das bessere Team waren und es dem Gegner schwer gemacht haben, sein Spiel durchzubringen".