Wie man eine Geige baut

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Mi, 08. September 2021

Hinterzarten

Ariane Mathäus erklärt am Rande des Marschner-Festivals Kindern die Entstehung einer Violine.

(ma). Das Marschner-Festival lockt seit mehr als vier Jahrzehnten mit einer vielseitigen Klangwelt klassischer Musik nach Hinterzarten. Die Konzertreihe bietet ein Podium für internationale Künstler.

Initiator und Namensgeber des Festivals ist der im März 2020 im Alter von 94 Jahren gestorbene Violinist, Geigenpädagoge, Komponist und Dirigent Wolfgang Marschner aus Freiburg.

Ein Anliegen des gebürtigen Dresdeners war, vor allem jungen Begabungen eine Möglichkeit zu bieten, ihr Können einem aufgeschlossenen Publikum zu präsentieren. Ariane Mathäus aus Freiburg setzt sein Werk fort, bereichert das Festival aber auch mit eigenen Akzenten. Mittelfristig plant sie ein Gedenkkonzert für Marschner.

Bei der 43. Auflage der Konzertreihe lädt Mathäus am Samstag, 11. September, um 10 Uhr im Kurhaus zu einem Kinderprogramm ein. Unter dem Motto "Wie baut man eine Geige" erklärt die Solo-Geigerin das Entstehen eines solch sensiblen Instruments. Unterstützt wird sie von Geigenbaumeister Michael Geiger aus Freiburg. Während die Künstlerin den Kindern erzählt, wie das Instrument entsteht, demonstriert der Fachmann den praktischen Teil.

Im Anschluss beginnt um 11 Uhr ein Konzert mit tierischen Melodien. Junge Preisträger, am Klavier begleitet von Natascha Levitskaya aus St. Petersburg, spielen Werke wie "Der Schwan", "Die Biene", "Pink Panther" oder auch "Die Sendung mit der Maus". Der Eintritt ist frei.

Ariane Mathäus verbindet ihre umfangreiche Konzert- und Jurytätigkeit mit einem pädagogischen Engagement. Sie gibt internationale Meisterkurse und leitet die Deutsche Spohr-Akademie und die Pflüger-Stiftung.

"Kinder unterliegen in der digitalen Zeit vielen Einflüssen. Vielen fehlt ein praktischer Bezug zu einem Musikinstrument, zur Musik überhaupt", sagt Mathäus, selbst Mutter von zwei Söhnen im Alter zehn und 13 Jahren. Dass die Geige aus Italien stammen mag, aber auch im Schwarzwald "wundervolle Instrumente aus hochwertigen Hölzern entstehen, möchte ich den Kindern näher bringen", sagt Mathäus.

Ebenfalls am Samstag, 11. September, beginnt um 18 Uhr im Kurhaus-Foyer ein Konzert unter dem Motto "Violin Evergreens". Junge Solisten bieten gemeinsam mit dem Festivalorchester musikalische Edelsteine. Auf dem Programm stehen Werke von Kreisler, Tschaikowski, Sarasate, Hubay und Ravel.

Das 43. Festival klingt am Sonntag in der Evangelischen Kirche "unter dem Motto "Solo Violine" aus. Am Beispiel von Werken der Komponisten Telemann, Westhoff, Bach, Ysaye und Marschner vermitteln die Solisten Myvanwy-Ella Penny, Sebastian Gässlein und Raphael Gisbertz die Entwicklung der Solosonate für Violine. Die künstlerische Leitung liegt bei Ariane Mathäus.