Volkskunst

Wie werden die Palmzweige in Merdingen gebunden?

Ann-Christin Werner

Von Ann-Christin Werner

Fr, 30. März 2012 um 18:43 Uhr

Merdingen

Jedes Jahr am Palmsonntag, dem letzten Sonntag der Fastenzeit, schmücken sie die katholischen Kirchen: Kleine oder große, aber vor allem bunte Palmen. Viele Dörfer haben dabei ihre eigene Tradition, wie die Palmen gebaut werden.

BREISGAU. Eines haben die Palmen, die jedes Jahr neu zum Palmsonntag gebastelt werden, gemeinsam: Sie sollen vor allem schön sein. Denn an diesem Tag wird an den feierlichen Einzug Jesu Christi in Jerusalem erinnert. Damals winkten die Einwohner Jerusalems Jesus zum Zeichen des Jubels mit Palmzweigen zu. Da hierzulande aber keine Palmen wachsen, werden für die Palmwedel andere, immergrüne Pflanzen verwendet, vielerorts noch um farbenprächtigen Schmuck aus buntem Papier oder gefärbten Eiern ergänzt.

Wie man eine Palme bastelt, das weiß Elenore Wirth aus Merdingen. "Man nimmt für den Rohling am besten Haselnusszweige", erklärt sie. Weidenzweige könne man aber auch verwenden. Daraus wird erst einmal ein Kreuz mit zwei darunter liegenden Ringen gemacht. Das Sammeln der Zweige übernehmen ganz wie früher vor allem die Männer. Heutzutage ist das aber zum Teil gar nicht mehr notwendig. Ein Bastelkatalog bietet die benötigten Kreuze inklusive der Ringe an. Das hat den Vorteil, das sich der Holzrohling im nächsten Jahr erneut benutzen lässt, wohingegen die Zweige aus dem Wald dafür nicht mehr brauchbar sind.

Auch Elenore Wirth hat diese Fertigteile schon ausprobiert. "Es ist halt einfach alles einheitlicher und für die Wohnung sind sie praktisch, die natürlichen Palmen sind ja oft sehr groß." Trotzdem bevorzugt sie die traditionelle Art der Herstellung. Um das Holz werden längliche Büschel aus Seiden- oder Krepppapier geklebt. Dazu wird das Papier zunächst in lange Stücke geschnitten und längs gefaltet. Dann schneidet man ...

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