100 Jahre Weck-Glas: In alter Frische

Hans-Peter Frick

Von Hans-Peter Frick

Sa, 19. Juni 2010

Wirtschaft (regional)

Früher aus der Not heraus, heute aus Überzeugung. Seit mehr als 100 Jahren werden Lebensmittel eingeweckt, um sie haltbar zu machen.

Rote, saftige Erdbeeren und Rhabarber haben vor wenigen Wochen die Einmachzeit eröffnet. Jetzt kommen jede Menge Johannisbeeren dazu. Es gibt fast nichts, was man nicht einkochen könnte: neben Beeren und Obst auch Fleisch, Pilze oder leckere Chutneys. Der einfache Weg führt über Gläser mit Schraubverschlüssen, länger haltbar bleiben die Lebensmittel, wenn man sie im Spezialglas durch Unterdruck "einweckt".
Selten hat es ein Firmenname geschafft, als Verb Eingang in die deutsche Sprache zu finden. "Einwecken" gehört dazu und steht seit l934 im Rechtschreib-Duden und bedeutet so viel wie "einmachen und frischhalten".
Dort, wo das Flüsschen Wehra aus dem Schwarzwald kommend dem Hochrhein zusprudelt, hat die Firma "Weck" seit 110 Jahren ihren Sitz. In Öflingen, einem Ortsteil von Wehr unweit der Schweizer Grenze, steht das Firmengebäude. In dem Gebäude, das aus den 1920er Jahren stammt, geht es beschaulich zu. Wo einst 150 Menschen gearbeitet haben, verdienen heute noch 60 Angestellte ihr Geld: Geschäftsleitung, Buchhaltung, Vertrieb und die kleine Redaktion der hauseigenen Ratgeber-Zeitschrift. Die legendären Weck-Gläser selbst werden 500 Kilometer entfernt in Bonn-Duisdorf geschmolzen und geblasen.
Die Hitzekonservierung ...

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