Wütende Demonstranten

dpa/epd

Von dpa & epd

Mi, 24. März 2021

Computer & Medien

Studie zählt 69 Angriffe auf Journalisten im Jahr 2020.

Das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) hat 2020 einen deutlichen Anstieg von Angriffen auf Journalisten in Deutschland registriert. 69 tätliche Angriffe listet die Non-Profit-Organisation aus Leipzig in ihrer am Dienstag veröffentlichten jährlichen Analyse auf. Das sei die höchste Zahl seit Beginn der Erhebung vor sechs Jahren. 2019 waren es demnach 14 Fälle, 2018 waren 26 registriert worden.

"Ausschlaggebend für den starken Anstieg sind die vielen Gewalttaten auf pandemiebezogenen Versammlungen", hieß es weiter. Dort seien 71 Prozent der registrierten Angriffe erfolgt. Unter Angriffen versteht die Vereinigung zum Beispiel Schläge, Tritte, Stoßen, Spucken oder den Angriff mit Waffen.

Das von der EU unterstützte Zentrum, das sich für Pressefreiheit einsetzt, verortete 31 Fälle im rechten Spektrum, 5 im linken. Die meisten Angriffe – nämlich 33 – konnten die Studienmacher nicht eindeutig politisch bestimmen. Dieser hohe Anteil sei hauptsächlich auf die unpräzise politische Positionsbestimmung vieler pandemiebezogener Demonstrationen und der Anhängerinnen und Anhänger zurückzuführen.

Schwerpunkt der Angriffe war mit 23 Fällen Berlin. In den Vorjahren hatte das Bundesland Sachsen die Liste angeführt. Dort gab es 2020 mit 19 Angriffen aber weiterhin eine vergleichsweise hohe Zahl. Die drittmeisten Angriffe gab es in Bayern (7). Medienvertreter, die eine Kamera dabeihaben, seien besonders gefährdet, hieß es weiter. Dies sei bei 60 der 69 Taten der Fall gewesen.