Bebauungsplan

Gemeinderat wünscht zweiten Aufzug im neuen Stadtteilzentrum in Landwasser

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Fr, 31. Juli 2020 um 11:23 Uhr

Landwasser

Der Freiburger Gemeinderat hat den Bebauungsplan für das neue Stadtteilzentrum in Landwasser verabschiedet. Viele Stadträte wünschten sich eine bessere Zugänglichkeit.

Es geht um ein ebenso schwieriges wie dringend notwendiges Projekt: Der Gemeinderat hat am Dienstag den Bebauungsplan für das neue Stadtteilzentrum Landwasser mit großer Mehrheit auf den Weg gebracht. Es gab sieben Gegenstimmen und vier Enthaltungen. In der Debatte ging es noch einmal um Verbesserungen bei der Barrierefreiheit. Hier forderten mehrere Ratsfraktionen, dass vom Platz der Begegnung her ein zweiter Aufzug zum neuen Einkaufszentrum gebaut wird.

Die Ausgangslage ist bekannt: Das alte Einkaufszentrum ist marode, muss abgerissen werden. In Landwasser warten viele auf den Neubau. Der wurde in einem Architektenwettbewerb ermittelt, Projektentwickler ist Peter Unmüßig. Weil der Grundwasserspiegel höher ist als ursprünglich gedacht, musste die Planung geändert und das Gebäude höher gesetzt werden – was die Barrierefreiheit erschwert. Im Stadtteil gibt es viel Zustimmung, etwa vom Bürgerverein, der drängt, dass es nun endlich weitergeht mit dem Großprojekt. Es gibt nach wie vor aber auch Kritik. "Auch die intensivste Bürgeranhörung wird nicht alle Wünsche erfüllen können", sagte Baubürgermeister Martin Haag in der Ratssitzung am Dienstag. Die Planung müsse zum Abschluss gebracht werden, der Bau dringend kommen. Über einzelne Punkte könne man immer noch sprechen – etwa über Dachbegrünung oder Spielplatzgröße. Zum Platz der Begegnung werde es ohnehin eine weitere Bürgeranhörung geben, so der Baubürgermeister.

Bessere Zugänglichkeit zum EKZ gewünscht

Timothy Simms (Grüne) lobte, dass durch das Überarbeiten der Pläne Verbesserungen gelungen seien und dass vieles unter einen Hut gebracht werden konnte. Es entstünden neue Läden, Gastronomie und zusätzlicher Wohnraum: Für Landwasser sei dies ein großer und guter Schritt. Auch Martin Kotterer (CDU) unterstrich die Bedeutung des Gesamtprojekts, unterstützte aber die Forderung nach einem zweiten Aufzug, um eine bessere Zugänglichkeit des EKZ hinzubekommen.

Michael Moos (Eine Stadt für alle) zeigte sich skeptisch. Der Projektentwickler entwickle das neue Zentrum, um es dann an eine Immobiliengesellschaft weiterzuverkaufen, "der dann die eigenen Aktionäre wichtiger sind, als die Bewohner von Landwasser", so Moos. Besser wäre es, wenn eine kommunale Entwicklungsgesellschaft ein solch wichtiges Großprojekt umsetze. Renate Buchen fürchtet zu teure Mieten: Die Stadt habe sich wegen der Mietpreise mit dem Quartiersbüro wohl schon vom EKZ verabschiedet. Auch Buchen wollte zwei barrierefreie Zugänge zum Platz hin. Detlef Huber (AfD) sagte, die Stadt habe bei den Verhandlungen nicht das Beste herausgeholt: "Der Investor kriegt, was er möchte, einen Kompromiss kann ich nicht erkennen."

Gerlinde Schrempp (Freie Wähler) verwies hingegen darauf, dass Investor Unmüßig immer wieder das Gespräch gesucht habe. Tausende von Landwasseranern freuten sich auf das neue Zentrum. Es gebe zwar nach wie vor einige Kritiker, aber es seien nicht sehr viele: "Landwasser wird mit dem neuen Zentrum einen ganz großen Aufschwung nehmen", sagte sie.