Zimmer frei im Wildbienen-Hotel

Gerhard Wiezel

Von Gerhard Wiezel

Di, 21. Mai 2019

Schönau

In Fröhnd entstanden am Wochenende drei große Nisthilfen für Wildbienen / Pflanzenbörse und Kinderkleiderbörse in der Halle.

FRÖHND. Können Wildbienen stechen? Diese und andere Fragen fanden am Wochenende bei einem Workshop in Fröhnd fachkundige Antworten. Der Workshop wurde zusammen mit der jährlich stattfindenden Pflanzenbörse veranstaltet. "Die bei uns vorkommenden Wildbienen sind absolut friedfertig, niemand braucht Angst haben gestochen zu werden", sagt Rainer Sacker aus Hügelheim, anerkannter Experte zum Thema Wildbienen.

Sacker hat schon über 100 Bienenhotels gebaut. In Fröhnd sollten weitere hinzukommen. "Die Wildbienen beteiligen sich auch nicht an der Marmelade oder am Kuchen auf dem Tisch; auch um die Kinder braucht man sich keine Sorgen zu machen, so der Wildbienenexperte weiter. Am Umgang mit Wildbienen an Nisthilfen wurde noch niemand gestochen, deshalb eigneten sich Bienenhotels auch gut zum Aufstellen auf Balkonen, Terrassen oder im Garten. Da liegt es nahe, dass auch in Fröhnd an einem Wildbienenhotel getüftelt wurde.

Der Einflug ins Wildbienenheim sollte am besten aus Süden, Südosten oder Südwesten erfolgen. Zum Bau darf nur unbehandeltes Holz verwendet werden; für den Inhalt eigenen sich Tannenzapfen, Schachtelhalme, gelochte Ziegelsteine, leere Schneckenhäuser und vieles mehr mit natürlichen Hohlräumen oder Holzstücke mit Bohrlöchern. Wichtig ist, dass die Wildbienen viele kleine Röhren vorfinden, um ihre Eier dort abzulegen. Der Workshop in und um die Fröhnder Gemeindehalle war eine Gemeinschaftsveranstaltung der Gemeinde mit der Biosphärenverwaltung in Schönau. Das Ergebnis waren drei Insektenhotels, die unter den Augen vielen Neugieriger gefüllt und gebaut wurden. Norbert Marterer vom Werkhof, Hobbyholzwerker Bernhard Keller, Christoph Huber von der Biosphärenverwaltung und Bürgermeisterin Tanja Steinebrunner trugen mit Fingerspitzengefühl zum Erfolg bei. Wildbienen seien deswegen so wichtig, weil den größten Anteil am Bestäuben der Blüten tragen, sagte Rainer Sacker. Doch der Anteil der Wildbienen sei in vergangenen Jahren durch verschiedene Umstände um mehr als 50 Prozent zurückgegangen. Deshalb sei eine Hilfestellung zur Arterhaltung dieser Insekten mit der Aufstellung von Nisthilfen sehr wichtig, so dass Resümee aus der Veranstaltung.

Die Pflanzenbörse rund um die Halle sowie die Kinderkleiderbörse der Landfrauen im Saal fanden weiteres Besucherinteresse. Bestaunt wurde auch die Kunst des Korbflechtens, ein altes Handwerk, welches nur noch wenige beherrschen.