Zu Weihnachten in Sicherheit

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 16. Januar 2021

Kreis Emmendingen

37 Schülerinnen aus Burkina Faso konnten dank der Stiftung Brücke und der Projektförderung der BZ-Weihnachtsaktion in ein sicheres Haus umziehen.

(BZ). Die Emmendinger Stiftung Brücke förderte in Thiou im Norden Burkina Fasos ein Mädchenwohnheim zur Ausbildung von Mädchen, das bereits 2019 von der BZ-Aktion Weihnachtswunsch unterstützt wurde. Im Frühjahr 2020 wurde es durch islamistischen Terror massiv bedroht. Dank einer überwältigenden Spendenbereitschaft konnten die Schülerinnen in ein neu gekauftes Haus im sicheren Ouahigouya umziehen. Sie sind sehr dankbar, dass sie Weihnachten in Sicherheit feiern konnten.

In einer gemeinsamen Anstrengung der Menschen vor Ort und der Mädchen, gelang es, das vorhandene Gebäude zu sanieren, sanitäre Anlagen auszubauen und vier zusätzliche Schlafräume zu erstellen. Letztere wurden vor allem durch die Spende von 2000 Euro aus der Projektförderung der BZ-Aktion Weihnachtswunsch möglich. Der in Teningen ansässige Verein Movement e.V. half mit einer Spende von Bäumen und Sträuchern, die auf dem neu erworbenen Gelände gepflanzt wurden und leitete die Mädchen an, die Jungpflanzen richtig zu pflegen.

Derzeit leben 37 Schülerinnen im neuen Haus in Ouahigouya. Unter ihnen sind auch sieben Mädchen vom Volksstamm der Peulh. Das Hirtenvolk der Peulh lebte überwiegend im Norden Burkinas und stand besonders unter dem Druck der islamistischen Angriffe aus Mali. Die Islamisten rekrutierten unter den verarmten Peulh Unterstützer für ihren Kampf. Ein alter Konflikt zwischen den Mossi, überwiegend Landwirte, und den Peulh droht nun wieder aufzuflammen. Die Bürgerwehren der Mossi, die gegründet wurden, um die Zivilbevölkerung vor den Angriffen der Islamisten zu schützen, griffen in letzter Zeit vermehrt Strukturen und politische Vertreter der Peulh an. Vor diesem Hintergrund ist es von großer Bedeutung, dass Mädchen aus verschiedenen Ethnien im Wohnheim zusammenleben und sich gegenseitig unterstützen.

In dem neuen Komplex leben jetzt auch die sieben jungen Frauen der ebenfalls von Stiftung Brücke unterstützten Ausbildungsgemeinschaft für Frauen, die vorher in einer gemieteten Wohnung in Ouahigouya lebten. Sie waren die ersten, die in das neue Haus einzogen und so bereits im September die Wohnungsmiete sparten. Alle haben ihre Ausbildung zur Schneiderin, Krankenschwester oder Lehrerin trotz der Umbrüche und der Beeinträchtigungen durch die Coronapandemie engagiert weiterverfolgt. Auch sie waren vorher im Wohnheim in Thiou. Sie leben so den noch zur Schule gehenden Mädchen, eine Perspektive vor, die im traditionellen Rollenbild nicht vorgesehen war.

Im Moment fehlt es laut Mitteilung der Stiftung im neuen Haus noch vor allem an technischer Ausrüstung. Durch den Strom von Flüchtlingen nach Ouahigouya steht die dortige Infrastruktur unter Druck. Das eigentlich im Haus vorhandene fließende Wasser ist häufig unterbrochen, so dass ein Brunnen gebohrt wurde und in näherer Zukunft auch ein Wasserspeicher aufgestellt werden muss. Der erst vor Kurzem in Thiou gebaute Wasserspeicher bleibt dort, da die ansässige Bevölkerung den Wasserzugang dringend braucht und im Gegenzug das dortige Haus und Gelände sichert. Doch auch, wenn noch einiges fehlt, so bietet das neue Haus in Ouahigouya den Mädchen die Möglichkeit in geschützter Umgebung und in Wohngemeinschaft mit den "Großen" ihre Schullaufbahn zu verfolgen.

Weitere Infos zum Projekt und zur Stiftung: http://www.stiftung-bruecke.de