Kommentar

Zünfte aus Endingen, Kenzingen und Waldkirch sollten ihr Dreiertreffen beibehalten

Patrik Müller

Von Patrik Müller

Sa, 22. Februar 2020 um 14:10 Uhr

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Das Dreiertreffen der Zünfte aus Endingen, Kenzingen und Waldkirch ist Geschichte. Das ist schade, findet Patrik Müller – es war eine der besseren Fasnachts-Traditionen.

Es gibt viele Traditionen, die diesen Begriff nicht verdienen. Auch und vor allem in der Fasnacht. Das Dreiertreffen zwischen den Jokili aus Endingen, der Krakeelia aus Waldkirch und den Wellebengel aus Kenzingen gehört nicht dazu. Es entstand in den 60er Jahren, als es noch nicht so üblich war, dass Zünfte Busse anmieteten und Hästräger scharenweise in Autobahntankstellen die Getränkeregale plündern. Man blieb im Städtchen. Das Dreiertreffen bot zu seinen Anfangszeiten die seltene Chance auf einen fasnächtlichen Blick über die Stadtmauer. Brauchtum trifft Freundschaft. Die Bundeskanzler Brandt, Schmidt, Kohl und Schröder kamen und gingen, das Dreiertreffen blieb.

"Da finden drei Zünfte zusammen, die den Fasnachtstourismus verurteilen. Der Rahmen ist klein, aber fein", sagte 2001 der damalige Kenzinger Oberzunftmeister Heinrich Dick in einem BZ-Interview. Doch nun ist das Treffen Geschichte. Die Zünfte haben sich auseinandergelebt. Das ist wirklich schade. Denn rund um die Fasnacht gibt es so viele tatsächliche und vermeintliche Traditionen, die es weniger wert sind, gepflegt zu werden. Und Freundschaften sollte man sowieso immer pflegen.
Kontakt zum Autor: muellerp@badische-zeitung.de