Zisch-Schreibwettbewerb Frühjahr 2020 I

Zusammen sind wir stark

Do, 19. März 2020 um 09:15 Uhr

Schreibwettbewerb

Von Liliana Gieß, Klasse 4a, Wilhelm-August-Lay-Schule, Bötzingen

B. Zetti und Betti Z. waren ganz schön in Eile. Die beiden Reporter hatten gehört, dass auf der großen Wiese hinter der Grundschule ein unterirdischer Schatz sein sollte, der gut versteckt sei. B. Zetti sagte aufgeregt zu seiner Freundin Betti Z.: "Wenn wir den Schatz finden, was machen wir damit?" Betti Z. erwiderte ohne Umschweife: "Natürlich bauen wir ein Haus." "Nee, das ist blöd, wir haben schon ein Haus!", antwortete B. Zetti enttäuscht. "Dann mach du einen Vorschlag!", rief Betti Z. laut. "Da haben wir’s, ich mache Vorschläge und du lehnst ab, pff, mach doch einen besseren Vorschlag!""Ich finde den Schatz auch ohne dich und dann gehört er mir ganz alleine!", erwiderte Betti Z. wütend und stapfte davon.

Voller Ärger trennten sich die beiden, um jeweils auf eigene Faust nach dem Schatz zu suchen. Die beiden gruben an verschiedenen Stellen hinter den Büschen auf dem Schulhof und schimpften dabei laut vor sich hin. Plötzlich gab der Boden unter ihnen nach und sie stürzten gleichzeitig in die Tiefe. "Aaahhh-Hilfe", rief B. Zetti laut, während er mehrere Meter in die Tiefe, in eine unterirdische Höhle rutschte. Völlige Dunkelheit umgab ihn und er rutschte immer weiter, bis er plötzlich auf etwas Weiches stieß. Laut schrie er noch einmal "Aaaahhhh" und sein Schrei wurde wie ein Echo von dem weichen Gegenstand direkt vor ihm erwidert.

"Wer ist da?", fragte B. Zetti voller Angst. "Ich – und wer bist du?", erwiderte Betti Z.. "Betti, bist du es?", fragte er schüchtern. "Ja, ich bin es, hast du etwas Licht?", flüsterte sie. "Ja hier", sagte er und zündete ein Feuerzeug an. "Wo sind wir?", fragte Betti Z. verunsichert. "Hm, sieht so aus wie ein Lernparcours mit verschiedenen Stationen. Dort hinten ist eine Tür. Vielleicht geht sie auf, wenn wir die Rätsel lösen?"

Schnell merkten die beiden, dass sie die Rätsel nur zusammen lösen konnten, denn jeder von ihnen hatte besondere Stärken. B. Zetti war schon viel gereist und hatte zahlreiche Orte auf der Welt gesehen. Betti Z. war sehr gut in Mathematik und hatte schon viele Bücher gelesen. Außerdem vertiefte sie sich jeden Morgen in die Badische Zeitung.

"Dann mal los an die erste Station: Wo ist die Freiheitsstatue?", fragte sie. "Natürlich in New York, tipp mal auf der Weltkugel auf die USA", antwortete er. "Okay, mach ich", erwiderte sie. "Aber der Eiffelturm steht in Paris, komm, drück auf Frankreich", sagte B. Zetti voller Motivation.

"Die Tür ist schon ein Stückchen offen", freute sich B. Zetti. "Die größte Pyramide der Welt steht in Algerien", sagte Betti Z.. "Das ist falsch, sie steht in Ägypten!", korrigierte er schnell. Mit einem lauten Knarzen öffnete sich die Tür. Oh, welche Überraschung! Dahinter befand sich der nächste Parkours mit vielen kleinen Bauklötzen.
"Och nö!", rief B. Zetti entmutigt. "Niemals schaffen wir es, hieraus einen Turm bis zur Decke zu bauen!" "Wir können aus den Bauklötzen kein Dreieck machen, keinen Kreis, aber einen stabilen Turm können wir ganz einfach bauen, wenn wir eine gute Taktik anwenden ... Bring mir das gelbe, das rote und das blaue Stück da auch ..." Ratzfatz war ein stabiler Turm gebaut. "Juhu, wir haben es geschafft!", rief die Reporterin erfreut, als die letzte Türe aufging und die beiden vor dem Tresor standen.

Vor dem Tresor war auf den Boden gemeißelt: "Wie heißt der Spruch, den Professor Higgins seiner Schülerin Eliza Doolittle beibrachte?" "Ich weiß nur: Es grünt ... – mehr nicht", sagte die Reporterin nachdenklich. Sie kratzte sich am Kopf und sagte: "Vielleicht: Es grünt so grün?" Beide schauten sich tief in die Augen und riefen plötzlich gleichzeitig: "Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen!"

Wie aus Zauberhand öffnete sich der Tresor und zum Vorschein kam ein funkelnder Schatz! Die beiden jubelten laut und fielen sich glücklich in die Arme. Was war es doch für ein tolles Erlebnis gewesen, den Schatz im Team zu erobern! "Alleine hätten wir das nie geschafft", freute sich Betti Z.. "Was machen wir denn jetzt mit dem Schatz? Wollen wir ihn den Armen schenken?", fragte sie. "Ja natürlich, das ist eine gute Idee", rief B. Zetti begeistert. "Lass uns schnell raus gehen!" Sie brachten den Schatz nach oben, verteilten ihn an arme Menschen und waren dabei sehr glücklich.