Handwerk

Maurergeselle aus Schliengen wird Zweitbester im Landesleistungswettbewerb

Dorothee Philipp

Von Dorothee Philipp

Sa, 24. Oktober 2020 um 06:52 Uhr

Schliengen

Maurergeselle Julian Hecker aus Schliengen-Liel gefällt die Vielfalt seines Handwerks. Seine Gesellenprüfung schloss er als Innungsbester ab, beim Landesleistungswettbewerb wurde er zweiter.

Der 20-jährige Julian Hecker aus Liel ist frisch gebackener Maurergeselle. Er hat als Innungsbester der Bauinnung Freiburg-Müllheim-Lörrach die Prüfung abgeschlossen. Mit seinem Gesellenstück, einer Schalung mit Aussparungen und einem gemauerten Objekt, an dem die verschiedenen Fertigkeiten wie Ecken, Vorsprünge und Verzahnungen zu zeigen waren, hat er sich zudem im Landesleistungswettbewerb als Zweitbester hervorgetan. Der Punkteabstand zum Sieger war minimal.



Mehr als Zehntelpunkte und Urkunden zählt für den jungen Handwerksgesellen aber der Spaß an der Arbeit, wie er verrät. Ihn habe der Umgang mit Baumaterialien schon früh interessiert, etwa bei Arbeiten, die auf dem elterlichen Mühlehof angefallen sind. Nach der Schulzeit an der Schliengener Hebelschule war Hecker zum Praktikum bei der Firma Zima-Bau in Liel. Da war der Beschluss, Maurer zu werden, klar. Firmenchef Bodo Zimmermann, der den Betrieb in Liel bereits in vierter Generation führt, ist auch stellvertretender Obermeister der Innung für den Bereich Müllheim.

Es kommt auf Genauigkeit und Tempo an

Julian Hecker ist bereits sein zweiter Azubi, der die Gesellenprüfung als Innungsbester absolviert hat. Schon bei den Übungsaufgaben im Lehrbetrieb hat er tolle Leistungen gezeigt, so dass sich seine Aufregung bei der praktischen Prüfung in erträglichen Grenzen hielt, berichtet er. "Es kommt halt auf Genauigkeit und auf Tempo an", meint er. 210 Minuten hatten die Lehrlinge, um ihre Aufgabe zu lösen, diese Zeit habe für ihn gut gereicht, so dass auch noch das Putzen und Aufräumen der "Baustelle" in der Gewerbeakademie Schopfheim mit drin war.

Auch seine Familie hat schon von den handwerklichen Fähigkeiten des jungen engagierten Maurers auf dem Mühlehof profitiert. Im Schuppen steht ein Pizzaofen aus Kanderner Schamottsteinen, aus dem schon viele frische, leckere Pizzen und Waien gezogen wurden. Die weiß verputzte, tadellos gerundete Kuppel ist ein Meisterwerk, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Bausubstanz aus Quadern besteht. Auf dem Hof des Anwesens steht ein Beton-Brunnen, dessen Trog und Füße Julian Hecker ebenfalls hergestellt hat. Von der akkuraten Schalung zeugen die perfekte Form und die schöne Holzmaserung der Oberflächen.

Firma ziert Bauzäune mit dem Porträt ihrer Gesellen

Die Familie ist stolz auf ihren jungen Handwerker. Auch der Opa, der beim BZ-Gespräch kurz vorbeischaut, strahlt. Und wie sieht es mit seinen Plänen aus? Julian Hecker lächelt. Ihm gefällt die Arbeit bei Zima-Bau, den Anstellungsvertrag hat er schon in der Tasche. Als Handwerksgeselle müsse man sich erst einmal umfassende Erfahrungen aneignen, bevor man selbst an die Meisterprüfung denkt, sagt er und verweist auf seine Kollegen aus dem Zimmerer-Handwerk, die jahrelang auf Wanderschaft gehen. Seine Erfahrungen wird er bei der Arbeit für Zima-Bau sammeln, die Aufgaben im Maurerhandwerk seien vielfältig und keine Baustelle gleiche der anderen, sagt er.

Die Firma Zima-Bau gratuliert Julian Hecker übrigens auch in Form eines Plakats zu seiner bestandenen Prüfung. Das ist so üblich, berichtet Bodo Zimmermann. Hat ein Mitarbeiter seine Gesellenprüfung bestanden, ziert ein Plakat mit einem Porträtbild und Glückwünschen der Firma die Bauzäune von Baustellen. Julian Hecker und ein Kollege sind beispielsweise in der Müllheimer Hauptstraße zu sehen.