Zwischen Startsignal und Wartestand

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Di, 16. Juni 2020

Reitsport

Nach der neuen Corona-Verordnung des Landes sind Wettkämpfe unter bestimmten Voraussetzungen möglich, was aber nicht jeder Sportart umgehend nützt.

. Ohne Zuschauer, aber mit bis zu 99 Teilnehmern: Wettkämpfe sind in kontaktlosen Sportarten wieder erlaubt. Was aber nicht dazu führt, dass sich der Kalender umgehend mit Veranstaltungen füllt. Wie ist der Stand in einzelnen Sportarten? Eine Übersicht.

Leichtathletik
Der rote Absagestempel prägt den Kalender der badischen Leichtathleten. Als eine der wenigen Veranstaltungen ist derzeit noch das Rheinfelder Nachtmeeting am 31. Juli geplant. Zwar will der TV Rheinfelden die 32. Auflage auch in diesem Jahr realisieren, voraussichtlich aber "werden wir das Nachtmeeting auf September verschieben", erklärt Abteilungsleiter Thomas Rist. Noch seien die Auflagen zu hart: mit Blick auf die Hygienevorschriften, die Abstandsregelungen – weshalb einige Laufdisziplinen gar nicht stattfinden könnten – und die Teilnehmerbeschränkung. Normalerweise seien allein 50 Kampfrichter im Einsatz, so Rist.

Lockern sich die Auflagen wie vorgesehen ab August, erscheint eine Durchführung realistisch. Ob der langen Trainingspause ist eine längere Aufbauphase sinnvoll, daher "sind sechs bis acht Wochen mehr für die Athleten sicher nicht so schlecht", zeigt sich Rist entspannt. Beim TVR werde man sich in den kommenden Tagen zusammensetzen, auch im Bezirk stehen in dieser Woche Besprechungen über das weitere Vorgehen an.

Reitsport
Dass er sein Schopfheimer Turnier am 11. und 12. Juli veranstalten kann, dessen "bin ich mir nun ganz sicher", sagt Volker Trezfger, Leiter des Gestüts Sengelen. Zudem versucht er, die Ringermeisterschaft zu integrieren. 99 Teilnehmer dürfen sich gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten, was relativ problemlos möglich sein sollte. "Nach der Prüfung verlässt man das Grundstück", sagt Trefzger, sofern das je nach neuen Verordnungen noch nötig sei. Der südbadische Reitkalender listet derzeit unter anderem Turniere in Langenwinkel (S-Springen, 25./26. Juli), in Albführen (süddeutsches Pony-Hallenchampionat), in Ichenheim ("Südbadische", beide 15./16. August) und in Schönau (M-Springen, 29./30. August) auf.

Kunstradfahren
Bereits seit dem 19. Mai durften zwei Kunstradfahrerinnen und vier Radballer des RSV Wallbach dank einer Sondererlaubnis für Mitglieder des Landeskaders das Training aufnehmen. Nun gibt es grünes Licht für alle RSV-Mitglieder, die Kunstradsparte kann einen ersten Wettkampf anpeilen. Die Radsport Baden-Württemberg GmbH (RBW) will die baden-württembergische Meisterschaft wie geplant am 26. Juli in Köngen durchführen. Unter zwei Voraussetzungen: Zum einen "muss es den teilnehmenden Sportlern möglich sein, über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen vor der Meisterschaft, auf ihren Rädern und bei Mannschaften auch miteinander, trainieren zu können", so die RBW. Zum anderen müsse die Meisterschaft genehmigt werden. In beiden Fällen reichte der Verband bei den Behörden ein Konzept ein. Möglicherweise müssen an der Meisterschaft indes einige Disziplinen entfallen.

Golf
Wer nach einem Paradebeispiel für kontaktlosen Sport suchte, der kam um die Golfer nicht umher. Weitläufige Gelände, Distanz zur Konkurrenz, eigene Schläger und eigene Bälle – ideale Voraussetzungen. Beispielsweise beim GC Markgräflerland in Kandern und auf der Golfanlage in Bad Säckingen sind ab dem 1. Juli wieder Turniere eingetragen. Am 11. Juli ermitteln in Bad Säckingen eine deutsche und eine Schweizer Auswahl den Sieger der Hochrhein-Variante des Ryder Cups. In Kandern gastiert vom 12. bis 14. Juli wieder die Swiss PGA Tour.

Fußball
Für den Schweizer Amateurfußball geht es zügiger als in Deutschland voran. In der Eidgenossenschaft ist im Trainingsbetrieb der Körperkontakt wieder in allen Sportarten zulässig, Wettkämpfe zumindest teilweise. Die Black Stars Basel sollen am 15. August in die neue Runde der Promotion League starten, für sein traditionelles Vorbereitungsturnier hat der Drittligist erneut eine deutsche Mannschaft eingeladen. Nahmen in den Vorjahren der FC Auggen und Freiburger FC am Sommer-Cup teil, ist es diesmal vom 11. bis 25. Juli der FV Lörrach-Brombach. "Das war schon im Januar vereinbart", erklärt Black-Stars-Sportchef Peter Faé, der mit FVLB-Coach Erkan Aktas befreundet sei. Der Lörracher Verbandsligist und potenzielle Oberliga-Aufsteiger – für den es noch keinen Starttermin der neuen Spielzeit gibt – misst sich beim Sommer-Cup mit den Black Stars, dem Viertligisten SV Muttenz (1. Liga) sowie mit den Fünftligisten BSC Old Boys und SC Dornach (beide 2. Liga Interregional).

Schwimmen
Die badische Sommer-Meisterschaft, ursprünglich für den 24. und 25. Juli in Freiburg vorgesehen, haben die Schwimmer bereits abgesagt. Ähnlich wie bei den Leichtathleten erweisen sich auch für sie die aktuellen Beschränkungen als problematisch. So verweist Björn Schorch aus Freiburg, Schwimmwart des Bezirks Oberrhein, auf die Maximalzahl von 99 Teilnehmern, die durch die neue Landesverordnung beschrieben sind: "Für Schwimmwettkämpfe ist das kaum realisierbar und auch nicht lohnend."

Tennis
Am Samstag startet der Badische Tennisverband den Ligabetrieb in reduziertem Umfang, bis Ende Juli sind im Verbandsgebiet derzeit nur vereinzelt Turniere angesetzt. Für einige Veranstaltungen kamen die Lockerungen zu spät: So hätte in Kandern die siebte Auflage des Alemannen Cups am Sonntag enden sollen.