Offenburg

129 Jungpädagogen wurden zum Start des neuen Schuljahres vereidigt

Christine Storck-Haupt

Von Christine Storck-Haupt

Mi, 11. September 2019 um 15:29 Uhr

Offenburg

Das Schulamt Offenburg hat die Nachwuchslehrer und -lehrerinnen feierlich vereidigt. Damit sind die Pflichtstunden in der Region abgedeckt, wie es bei der Feier hieß.

Zum Start des Schuljahres ist die Versorgung der Ortenau mit Lehrkräften gesichert, aber keineswegs üppig. "Sie werden dringend gebraucht." Diese Worte fielen bei der offiziellen Vereidigung der neuen Lehrer für die Ortenau nicht nur einmal. 129 Jungpädagogen schworen zu Wochenbeginn in der Aula der Schutterwälder Mörburgschule feierlich, sich nach bestem Wissen und Können für die bevorstehende Aufgabe an den unterschiedlichen Schularten der Region einzusetzen.

Die jungen Lehrerinnen und werden ab sofort in Grundschulen, Werkreal- und Realschulen sowie Gymnasien und Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) unterrichten. Die Situation an den Schulen der Region ist offenbar gut: "Alle sind zu 100 Prozent besetzt, die Pflichtstunden können abgehalten werden", sagte Gabriele Weinrich, Leiterin des Staatlichen Schulamtes Offenburg, am Rande der Vereidigungs-Feier auf Nachfrage. Unter den 129 Berufsanfänger seien rund 70 Grundschul- und 20 SBBZ-Lehrer. Der Rest gehe in die Sekundarstufen eins und zwei.

Bei Ausfällen wegen Krankheit könnte es kritisch werden

Die Personaldecke an den Bildungseinrichtungen der Region sei dennoch eng gestrickt, bei Ausfällen etwa wegen Krankheit, könnte es auch "kritisch" werden. "Aber irgendwie geht es ja immer", kommentierte der Gastgeber und Rektor der Schutterwälder Mörburgschule, Martin Wunderle, in seiner Begrüßungsansprache.

An seiner Schule, einer kombinierte Grund- und Werkrealschule mit insgesamt rund 360 Schülern, sei die Lehrerversorgung wie anderenorts auch, ein großes Thema. Ständig Lösungen zu finden, sei zwar gut und richtig, aber eigentlich das falsche Signal nach außen, meinte Wunderle. "So wird nicht deutlich, dass es Handlungsbedarf gibt", sagte er. Weitere große Herausforderungen sehe er in einer zunehmenden Heterogenität unter Schülern und Eltern, die nicht mehr so leicht für schulische Aktivitäten zu gewinnen seien, sowie in der schwindenden Akzeptanz der Werkrealschule.

"Schule ist kein x-beliebiger Arbeitsplatz. Suchen Sie sich Unterstützung bei Kollegen und Institutionen", ergänzte Gabriele Weinrich.

"Sie haben die Chance, ein Vorbild zu werden."

Lehrer würden mit einer Vielzahl von Problemlagen konfrontiert und müssten neben Fachwissen auch soziale und methodische Kompetenzen vermitteln.
"Aber Sie haben die Chance, ein Vorbild zu werden und einen der schönsten und anspruchsvollsten Berufe auszuüben. Ich wünsche Ihnen dabei viel Freude und Erfolgserlebnisse", meinte Weinrich vor vollbesetzter Aula. Das Schulamt biete regelmäßig verschiedene Veranstaltungen an und sei ein Ansprechpartner für Fragen. An jeder Schule existiere zudem ein "pädagogischer Hilfekompass", der einen Überblick über schulische und außerschulische Unterstützungs- und Hilfesysteme innerhalb des Schulamtsbezirks gebe.

Ich ziehe meinen Hut vor Ihnen, weil Sie Lehrer geworden sind", sagte auch Schutterwalds Bürgermeister Martin Holzschuh. Lehrer seien nicht nur Wissensvermittler, sondern auch Diplomaten und Zuhörer, die Geduld, Humor und Entertainerqualitäten mitbringen müssen. Die Herausforderungen böten jedoch die Chance, mitzugestalten und den Heranwachsenden einen Weg in die richtigen Richtung aufzuzeigen. "Glaubwürdig und authentisch zu sein ist dabei das Wichtigste", meinte der aus einer Lehrerfamilie stammende Bürgermeister.

In der Ortenau gibt es laut dem Staatlichem Schulamt Offenburg 218 Schulen mit zusammen rund 65 000 Schülern.