Südliches Elsass

17 Flüge fallen am Euroairport dem Generalstreik zum Opfer

Guy Greder

Von Guy Greder

Do, 05. Dezember 2019 um 17:38 Uhr

Elsass

Der Regionalzugverkehr zwischen Basel und Straßburg war fast komplett lahm gelegt, am Euroairport wurden 17 Flüge gestrichen. Sogar die Polizei in Saint-Louis streikte mit.

Fernzüge (TGV), U-Bahnen und Busse blockiert, Schulen geschlossen und fast 250 Protestumzüge landesweit: Frankreich hat den Kampf um die Rentenreform, eines der großen Versprechen von Präsiden Emmanuel Macrons für seine fünfjährige Amtszeit, eröffnet. Auch im Südelsass waren die Auswirkungen des Generalstreiks spürbar. Am Euroairport wurden im Lauf des Mittags 17 Flüge gestrichen. Ankommende Flüge waren zwar noch weitgehend pünktlich; innerfranzösische Ziele aber wurden entweder gestrichen oder landeten und starteten deutlich verspätet.

Wie angekündigt, war auch der Regionalzugverkehr stark beeinträchtigt. Auf der wichtigen Strecke zwischen Basel und Straßburg waren den ganzen Tag über überhaupt nur sechs TER-Züge unterwegs, und zwar drei, die aus Straßburg nach Basel fuhren (morgens früh um 6.18 Uhr sowie um 16.21 und 18.21 Uhr) sowie drei Züge, die von Basel nach Straßburg fuhren und zwar zwei am Morgen um 6.21 und 7.51 Uhr sowie einer am Abend um 17.51 Uhr. Auch in Mulhouse war der Straßenbahnverkehr unterbrochen; einige Linien standen ganz still.

2600 Personen demonstrierten in Mulhouse

Am Donnerstagmittag sprachen sich zudem 150 Eisenbahner in einer Versammlung in Straßburg dafür aus, den Streik bis Freitag, 6. Dezember, zu verlängern. Am Morgen hatten auch Eisenbahner des Bischheimer Technikzentrums für die Fortsetzung gestimmt. In Colmar und Mulhouse wurden zudem Poster der Gewerkschaften an den Türen von Polizeistationen angebracht. Die Gewerkschaften der Polizei beteiligen sich am Streik. Eine Demonstration mit mehr als 2600 Personen begann um 13.30 Uhr in Mulhouse. Auch die Polizei in Saint-Louis streikte.

Vor der Polizeistation pochte sie auf "Sozialgarantien, Renten und sozialen Leistungen, die wir nicht gestohlen haben!" Die Polizei sei 365 Tage 24 Stunden am Tag im Einsatz für Sicherheit und den Schutz der Bevölkerung. "Wir möchten ein Minimum an Garantien. Wir wollen keine zufällige Pensionierung", forderten die Protestierenden. Schließlich hätten sie im Alltag die gleichen Bedingungen wie andere. "Wir haben Kredite. Wir haben keine Vorteile. Wir sind nicht reich", betonten die Protestierenden.Die etwa 15 Polizisten waren den ganzen Nachmittag vor der Polizeistation, um ihre Unzufriedenheit überauszudrücken.

Viele Leute im streikerprobten Frankreich hatten sich indes auch einfach einen Tag Urlaub genommen, um dem Chaos zu entkommen.