Im Ludingarten

170 Besucher feiern in Wehr drei Bands

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

So, 26. Juli 2020 um 14:57 Uhr

Wehr

Klappstuhlkonzert im Ludingarten in Wehr kommt sehr gut an.

Nach einer Zitterpartie um das Wetter konnte das dritte Klappstuhlkonzert im Wehrer Ludingarten doch noch trocken über die Freiluftbühne gehen. 170 Besucher ließen sich am Freitagabend von Regenwolken und feuchtkühler Witterung nicht abhalten und strömten mit Campinghockern, Gartenstühlen, Liegestühlen, aufblasbaren Sitzen, Decken, Getränken und Knabbereien in den Park. Man sah auch viele Familien, die es sich auf dem Rasen am See gemütlich machten.

Gleich drei Ensembles hat Kulturamtsleiter Frank Johannes Wölfl aufgeboten, die mit Pop, Folk und Classic Rock für jede Generation etwas dabei hatten. Den Auftakt machte das Ensemble "Zukunftsmusik", besetzt mit Sängerin Tomesara de Gradde, Anita Gwerder am Cello, Aurelia Delin an Cello und Klavier und Eric Fasching an der Gitarre. Mit ihren Songs verbindet die Gruppe die Botschaft von einer besseren Welt und dem achtsamen Umgang mit der Schöpfung. In "Colors of The Wind" aus dem Film "Pocahontas" werden die Stimmen der Berge und die Farben des Windes besungen. Die ausdrucksstarke Stimme der Sängerin, die in "Make you feel my Love" pure Emotion rüberbrachte, der schwelgerisch-warme Celloklang und das rhythmisch einfühlsame Gitarrenspiel verbanden sich zu einem Klangerlebnis voller Intensität. Und die von der klassischen Musik herkommende Anita Gwerder ließ ihr Cello klangschön singen.

Kleine Stars des Abends

Dann kamen die kleinen Stars des Abends auf die Seebühne: Die elfjährige Linn und die neunjährige Fiona, die Töchter von Rocksänger Heiko Trefzger, sowie die sechsjährige Hannah und der neunjährige Jonathan, die Kinder von Komponist, Songschreiber und Keyboarder Fabian Birzele, singen im Ensemble "Die rollenden Steinchen". Unterstützt von ihren Vätern sowie von Oliver Ringeisen an der Gitarre und André Grunert an der Perkussion, hatten die Jungtalente ihren großen Auftritt. Die "Rollenden Steinchen" machen seit einiger Zeit mit besonderen Kinderliedern aus der Feder von Fabian Birzele Furore, die das Leben und den Alltag aus Kindersicht beschreiben und in flotte eingängige Pop-, Rock- und Reggae-Klänge verpackt sind. In Stücken aus ihrem ersten Album "Das Leben ist ein Wimmelbuch" erobern die singenden "Steinchen" mit ihren frischen, klaren Kinderstimmen die Sympathien ihres Publikums. In "Kino im Kopf" besingen sie die Kraft der Fantasie und der Gedanken und Gefühle, in "Stinktier" geht es um Kinder, die nicht gern baden. Zum Schluss singen die Kinder das berührende Lied "Die Welt steht still", das die Corona-Zeit beschreibt, wenn plötzlich die Schule ausfällt und alle zu Hause bleiben.

Je später der Abend, desto rockiger wurde es im Park. Station Four aus Wehr mit Sänger und Bluesharp-Spieler Heiko Trefzger, Björn Bellmann am Bass, Nicolai Brugger an der Gitarre und Tobi Koch am Schlagzeug ließen die guten alten Rockklassiker mit Groove, Energie und Powersound wieder aufleben. Die Band, die wegen der Coronakrise lange nicht auftreten konnte und seit einem halben Jahr keinen Probenraum mehr hat, riss die Fans von Anfang an mit kraftvollem Classic Rock mit. Mit "Come together" legte die Band mit Frontmann Trefzger gleich in fulminanter Manier los. Auch in "Beer Drinkers and Hell Raisers" von ZZ Top zeigten sich die Musiker in mitreißend dynamischer Rocklaune. "So ein Distanzkonzert ist schon etwas Besonderes", meinte Trefzger und dankte Kulturamtsleiter Wölfl, der in der Krise etwas Großartiges an diesem schönen Ort möglich gemacht hat.

Bei "Hey Joe" von Jimi Hendrix mit ausgedehntem fantastischem Gitarrensolo wehte ein Hauch von Woodstock durch den Ludingarten, als die Rockfans mit Leuchtstäben im nächtlichen Park winkten. Auch in Titeln wie "Jumpin‘ Jack Flash" von den Rolling Stones begeisterten Trefzgers intensive Rockröhre, der druckvolle Sound von Drum und Bass und die starken Soli von Gitarrist Brugger, der tolle Effekte aus seinem Instrument herauskitzelte. Zahllose Leuchtstäbe leuchteten im Dunkeln auf, als Station Four mitreißend den Park rockten.