72-Stunden-Aktion

Wittnauer Jugendliche bauen aus 200 Tonnen Erde einen Pumptrack

Rosa Pult und Andrea Gallien

Von Rosa Pult & Andrea Gallien

Mo, 27. Mai 2019 um 07:05 Uhr

Ehrenkirchen

Jugendlichen aus dem Hexental, St. Ulrich und Ehrenkirchen beteiligten sich an der 72-Stunden-Aktion. Das Ergebnis: ein neuer Pumptrack, ein sanierter Teich, Insektenhotels und ein Theaterstück.

Unter dem Slogan "Uns schickt der Himmel" fand von Donnerstag bis Sonntag die 72-Stunden-Aktion vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) statt. Ziel dieser Aktion ist es, in drei Tagen ein soziales, interkulturelles oder ökologisches Projekt umzusetzen. Allein in der Erzdiözese Freiburg nahmen 15 000 Kinder und Jugendliche in 484 Gruppen teil. Jugendliche aus Merzhausen, Au, Sölden, Wittnau, St. Ulrich und Ehrenkirchen waren dabei. Die Wittnauer hatten im Vorfeld ein Projekt eingereicht, alle anderen wurden am Donnerstag von der Aufgabenstellung überrascht.


» Wittnau
Acht Wochen hatten sich die Ministranten in Wittnau auf ihr Projekt vorbereitet. Am Sonntagabend hatten sie einen Pumptrack aus 200 Tonnen Erde gebaut. "Wir haben Bürgermeister Jörg Kindel drei Ideen vorgelegt. Die Idee mit dem Pumptrack kam aber von ihm", so Jonathan Schüle von den Ministranten. Insgesamt zwölf Lastwagenladungen waren nötig, um die Erde auf die circa 15 mal 30 Meter große Fläche hinter das Gallushaus zu bekommen. Knapp 20 Jugendliche und Helfer arbeiteten mit Bagger, Spaten und Rüttelplatte am Track. Ein Pumptrack ist ein Mountainbike Rundkurs, der durch gezielte Be- und Entlastung auf den Lenker, das sogenannte "Pumping", überwunden werden soll. Geübte schaffen es ohne eine Pedalumdrehung. Unterstützung beim Bau erhielten die Jugendliche auch von Bürgern der Gemeinde. Geld aus der Jugendstiftung und Spenden ermöglichten es ihnen zudem, sich einen Profi für den Bau von Pumptracks zur Seite zu holen.

» Ehrenkirchen
Gleich vor mehrere Aufgaben waren rund 60 Ministranten in Ehrenkirchen gestellt. Das Bernhardusheim in Kirchhofen wird derzeit saniert, der Beitrag der Jugendlichen: Sie haben die Außenanlage neu gestaltet, zwei Terrassen angelegt, mit dem Aushub zwei Hügel angelegt und diese frisch bepflanzt. Zudem wurde eine Feuerstelle angelegt, die nebenanderen Nutzern des Hauses auch den Ministranten selber zu gute kommen wird: sie haben auf dem Gelände ihren Gruppenraum. Am Sonntagnachmittag beim Tag der offenen Tür (auch das eine Aufgabe) konnten Besucher bestaunen, was die Jugendlichen in 72 Stunden alles auf die Beine gestellt hatten. Das Material war den Ministranten zur Verfügung gestellt worden. Die Pflastersteine für die neuen Terrassen sind gebraucht und wurden von den Jugendlichen wiederverwertet. Bereits am Vormittag hatten zehn Ministranten die Besucher des Schlossgrabenhocks mit einem Theaterauftritt überrascht und damit auch Teil drei der Aufgabenstellung erfolgreich absolviert.

» Merzhausen/Au
Im Garten der Kindertagesstätte "Grünschnabel" in Freiburg-Haslach bauten 18 Jugendliche der KjG Merzhausen und Au Möbel aus Paletten, eine Matschküche und ein Spielhäuschen mit Werkbank für die Kinder der Kita. Vor ein paar Wochen hatte die Leiterin der Kita, Katja Gauggel, das Projekt beim Koordinierungskreis im Dekanat Freiburg eingereicht. Welche Gruppe zum Bauen kommt, hat sie am Donnerstag erfahren, genau wie die Jugendlichen. "Wir haben sofort angefangen, Material zusammenzusammeln", sagte Felix Hensle von der KjG. Die Kinder der Kita halfen auch begeistert mit. "Es ist schön zu sehen, dass alle zusammen arbeiten. Auch die umliegenden Bewohner kommen vorbei und bieten ihre Hilfe an. Wir haben also hier Hilfen allen Alters", freute sich Katja Gauggel.

» Sölden
Drei Insektenhotels haben die Ministranten in Sölden gebaut. Die mit Hilfe des ansässigen Schreiners gezimmerten Kästen haben eine Größe von 150 mal 150 Zentimeter. "Zuerst sollten die zwei Meter groß werden, aber das wäre einfach zu groß und nicht mehr schön gewesen", sagt Ministrantin Sophia. Bevor die Jugendlichen wussten, was für eine Aktion sie bekommen, waren sie bei unterschiedlichen ortsansässigen Firmen vorbei gefahren und hatten gefragt, ob diese bereit wären, Material zur Verfügung zu stellen. Dann arbeiteten 13 Kinder im Alter von 9 bis 13 Jahren an den Insektenhotels. Zum Auffüllen der einzelnen Kästen nutzten sie unterschiedliche Materialien, die sie teilweise im Wald zusammengesucht hatten. Aber auch Holzplatten, in die zuvor kleine Löcher reingebohrt wurden, damit sich die Insekten darin verkriechen können, kamen in die Insektenhotels. Aufgestellt werden sollten die Kästen an der Grundschule, im Klostergarten und an der Grillhütte im Wald, so Ministrantin Nadja.

» St. Ulrich
Rund 20 Ministranten aus St. Ulrich waren bis Sonntagabend damit beschäftigt, einen Teich hinter dem Bildungshaus Kloster St. Ulrich, der sehr zugewachsen war, "wieder auf Vordermann zu bringen", so Daniel Gutmann, der mit anderen die Aktion in St. Ulrich leitete. 2008 war der Teich angelegt worden, mittlerweile aber zugewuchert. Die Jugendlichen machten sich daran, ihn ringsherum freizuschneiden, eine Sitzgelegenheit zu errichten, eine kleine Brücke über den Auslauf des Teichs anzulegen und einen Zaun zu ziehen und neue Pflanzen und Kräuter zu setzen. Dass es eine Aufgabe im Umfeld des Bildungshauses geben würde, sei den Ministranten bewusst gewesen. Die Sanierung des Teichs sei eine schöne Aufgabe, könnte das aus dem Ort gut einsehbare Gelände doch künftig von Bürgern, aber auch von Seminarteilnehmern aus dem Bildungshaus genutzt werden, so Daniel Gutmann. "Da ist es doch schön, wenn man sagen kann, man ist dabei gewesen."