Kosice

4:2 – Eishockey-Team überrascht bei der WM gegen Finnen

Carsten Lappe, dpa

Von Carsten Lappe & dpa

Di, 21. Mai 2019 um 15:34 Uhr

Eishockey

Mit der Zuversicht aus einem Coup gegen Finnland kann Deutschlands Nationalteam das WM-Viertelfinale angehen. Im letzten Vorrundenspiel schoss NHL-Star Leon Draisaitl sein Team zum Sieg.

Nach der Kritik von Bundestrainer Toni Söderholm hat NHL-Topstar Leon Draisaitl das deutsche Eishockey-Team zur besten Vorrunde bei einer Weltmeisterschaft überhaupt geführt. Am Dienstag gewann die Auswahl gegen Söderholms Heimatland Finnland mit 4:2 (1:1, 1:1, 2:0). Im slowakischen Kosice schossen Marc Michaelis (18. Minute), Dominik Kahun (34.) und Draisaitl mit einem Doppelpack (45./59.) das deutsche Team zum fünften Vorrundensieg im siebten Spiel. Das war einer Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zuvor noch nie bei einer WM gelungen.

"Ich denke, dass wir ein solides, sehr, sehr gutes Spiel gespielt haben. Alle haben den Job gemacht, den man machen muss, um so eine finnische Mannschaft zu schlagen", sagte Draisaitl.

Damit holte sich das deutsche Team auch noch einmal Selbstvertrauen für das Viertelfinale am Donnerstag in Bratislava. Auf wen Deutschland in der K.o.-Runde trifft, stand am Dienstagmittag nach dem Spielende noch nicht fest. Für Finnland, das Deutschland schon im vergangenen Jahr bei der WM besiegt hatte, trafen vor 6685 Zuschauern nur Harri Pesonen (16. Minuten) und Juhani Tyrvainen (25.).



"Ich bin stolz, wie wir heute zusammengespielt haben als Team", sagte NHL-Stürmer Dominik Kahun. "Wir haben wirklich eine super Leistung gezeigt und bewiesen, dass wir gegen die Großen mitspielen können."

In seinem ersten Spiel gegen seine Heimat als deutscher Bundestrainer hatte Söderholm Erfolg mit einem Taktik-Kniff im Hinblick auf das Viertelfinale. Die Qualifikation dafür war zuvor bereits perfekt gewesen. Nach seinem Hinweis zum verbesserungswürdigen Defensivverhalten von Draisaitl trennte der Bundestrainer den Weltklasse-Stürmer von seinem bisherigen NHL-Partner Kahun. "Wir wollen für das Viertelfinale vielleicht noch was Kleines probieren", sagte Söderholm bei Sport1.

So sollte Deutschlands Aufstellung für den Gegner am Donnerstag schwieriger auszurechnen sein. Mit Yasin Ehliz und Patrick Hager zusammen in einer Reihe arbeitete Draisaitl auch deutlich konsequenter als in den Spielen zuvor nach hinten mit. Nur zu Beginn fehlte es dem deutschen Angriffsspiel an Wucht. Im zweiten Drittel stand Draisaitl kurz mit Kahun zusammen auf dem Eis und bediente den 23 Jahre alten Stürmer der Chicago Blackhawks vor dem 2:2. Kahun nutzte dies zu seinem ersten Tor bei dieser WM. Im Schlussdrittel traf Draisaitl in Überzahl und kurz vor dem Ende ins leere Tor und schoss damit seine WM-Tore vier und fünf zum Sieg.

In der Offensive hatte sich Deutschland zu Beginn noch schwer getan. Die Finnen machten Druck, doch NHL-Keeper Philipp Grubauer hielt souverän. Der Weltklasse-Torhüter der Colorado Avalanche stand erstmals seit seiner Verletzung aus dem Frankreich-Spiel (4:1) vor einer Woche wieder im Tor. Bei der ersten finnischen Führung - einem abgefälschten Schuss in deutscher Unterzahl - war der 27-Jährige machtlos. Beim 2:1 der Finnen hatte Grubauer dann Pech mit zu vielen Spielern unmittelbar vor sich. Eine Torhüterbehinderung erkannten die Schiedsrichter dennoch nicht.

Dank eines Geistesblitzes des bei dieser WM starken Mannheimers Markus Eisenschmid hatte das DEB-Team mit dem ersten gefährlichen Angriff prompt geantwortet. Nach Vorarbeit von Matthias Plachta schob US-Collegespieler Michaelis dem finnischen Torhüter Kevin Lankinen den Puck durch die Schoner. Nach der erstmaligen Führung durch Draisaitl ließen sich die Deutschen die Überraschung nicht mehr nehmen. Der NHL-Star von den Edmonton Oilers machte alles klar.