Neubau auf dem Brennet-Areal

6,7 Millionen Euro für das Ärztehaus in Wehr

Erika Bader

Von Erika Bader

Mi, 15. September 2021 um 17:33 Uhr

Wehr

Die Pläne für das geplante Ärztehaus auf dem Brennet-Areal in Wehr werden konkreter. Die Stadt hat Absichtserklärung mit drei Ärzten geschlossen.

Konkretere Pläne gibt es nun zum geplanten Ärztehaus auf dem Brennet-Areal in Wehr. Dass drei Ärzte und eine Apotheke in die neuen Räume an der Todtmooser Straße ziehen werden, ist so gut wie in trockenen Tüchern, denn die Stadt hat mit diesen bereits eine Absichtserklärung geschlossen. Mit einem Sanitätshaus laufen derzeit noch Gespräche. Aber schon jetzt ist klar, die Stadt will so viele Mediziner wie nur möglich in dem kommunalen Ärztehaus unterbringen.

Für die drei Geschosse – auf denen die Räume des Ärztehauses verteilt sind – ist die Flächenaufteilung ebenfalls bereits vorangeschritten. Fest steht, im Erdgeschoss sollen eine Apotheke und ein Sanitätshaus einziehen. Daneben stehen noch 191 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, die bisher noch nicht belegt sind. Die Stadtverwaltung hofft, dass dort eine Physiotherapiepraxis einziehen wird.

Im ersten Obergeschoss werden drei Wehrer Ärzte eine Gemeinschaftspraxis auf 486 Quadratmetern beziehen. Dort ist aber noch Platz für einen vierten Allgemeinmediziner – alternativ könnte sich auf den noch freien 87 Quadratmetern aber auch eine Frauenarztpraxis niederlassen, so die Überlegungen der Stadt.

Wohnungen oder Praxen?

Wie es konkret im zweiten Obergeschoss aussehen wird, steht noch nicht vollends fest. Plan A wäre, dass sich auch ganz oben im Neubau Ärzte beziehungsweise Unternehmen mit medizinischer Ausrichtung niederlassen. Plan B sieht Wohnungen vor. So könnten sechs barrierefreie Wohnungen im obersten Geschoss entstehen – vier Zweizimmerwohnungen und zwei Dreizimmerwohnungen, deren Größe zwischen 65 und 102 Quadratmeter liegen würde. Sollten sich jedoch tatsächlich mehr Ärzte auf dem Brennet-Areal niederlassen wollen, so will sich die Stadt die Option freihalten, zwei Wohnungen im zweiten Obergeschoss zu streichen und Platz für Praxen zu machen. "Unsere Strategie ist es, so viel medizinische Nutzung wie nur möglich rein zu bringen", äußerte sich Bürgermeister Michael Thater während der Gemeinderatssitzung am Dienstag, als der Sachstandsbericht zum geplanten Ärztehaus präsentiert wurde. 15 Tiefgaragenplätze im Keller, 17 Stellplätze auf Ebene der Lebensmittelgeschäfte und neun öffentliche Stellplätze an der Todtmooser Straße sind bisher eingeplant. Die bisherige Kostenschätzung sieht vor, dass das kommunale Ärztehaus mit 6,7 Millionen Euro zu Buche schlagen könnte. Spätestens im November soll noch der Bauantrag für das Gebäude eingereicht werden.

Kurt Wenk (SPD) erkundigte sich bei Thomas Braun vom Architekturbüro Müller und Huber, ob auch Stellplätze für Krankenwagen und Rollstuhltaxis vorgesehen sind. "Das haben wir von der Todtmooser Straße her vorgesehen, alle Ebenen sind barrierefrei", so Braun. Das Architekturbüro ist sowohl mit dem Ärztehaus als auch dem angrenzenden Zwillingsgebäude der Brennet betraut.

Claudia Arnold (Grüne) äußerte detaillierte Vorschläge zur Gestaltung des Ärztehauses. Sie sprach vor allem die verwendeten Baumaterialien an und stellte die Fragen, ob auch eine Holzbauweise möglich wäre, inwiefern eine Begrünung der Fassade vorgesehen ist und ob das Dach mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden kann. "Am Ende des Tages wollen wir das Gebäude refinanzieren können", merkte Bürgermeister Michael Thater dazu an. Braun ergänzte: "Mit Blick auf den Geldbeutel muss man Kompromisse eingehen."

Hans-Peter Zimmermann (FDP) überschlug einen Quadratmeterpreis von rund 4000 Euro für die Wohnflächen im zweiten Obergeschoss: "Das ist schon gehobener Wohnungsbau. Können wir das dann überhaupt noch kostengünstig vermieten?" Thomas Braun meinte dazu: "Es kommen stolze Beträge zusammen. Wir müssen einen Spagat finden zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit."

Kreisel an der Todtmooser Straße

Zimmermann war es auch, der die Frage stellte, ob die Autos, die künftig an der Todtmooser Straße parken, rückwärts ausparken müssen, weil die Parkplätze so angeordnet sind – er befürchtet ein "Verkehrschaos". Für eine Verkehrsberuhigung, die dann auch zu einem vereinfachten Ausparken führen würde, überlegt die Stadt an der Ecke Todtmooser Straße/ Im Hammer möglicherweise einen Kreisverkehr zu errichten.

Helmut Steinebrunner (CDU) sieht ein Manko darin, sollte die Apotheke beim Wehrahof in den Norden abwandern: "Ich sehe das sehr kritisch." Bürgermeister Thater machte allerdings deutlich: "Das Ziel der Stadt für die Zukunft ist es, klar zu konzentrieren."