70 000 Schafe auf dem Weg in den Tod

Michael Wrase,

Von Michael Wrase &

Fr, 19. Juli 2019

Panorama

Die Tiere werden von Rumäninen an den Persischen Golf verfrachtet, wo sie als Opfertiere enden.

LIMASSOL. Der Transport von 70 000 Schafen von Rumänien in den Persischen Golf im Vorfeld des Opferfests sorgt für Proteste von Tierschützern. Zur Rettung der Tiere war die holländische Europa-Angeordnete Anja Hazekamp extra nach Rumänien geflogen. Im Schwarzmeer-Hafen von Midia musste die Biologin laut eigener Aussage ansehen, "wie die armen Tiere getreten, geschlagen und mit Elektrostäben traktiert wurden", bevor man sie mit Lanzen in das kuwaitische Frachtschiff Al Shuwaikh trieb.

Zuvor hatte auch der EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, die rumänischen Behörden aufgefordert, den Transport der 70 000 Schafe in den 45 Grad heiße Region des Persischen Golf zu verbieten.

Bereits im letzten Jahr hätten die Besitzer der Al Shuwaikh bei Gluthitze den "massenhaften Tod von Tieren" verursacht, erinnerte der litauische Politiker. Das rituelle Schächten der 70 000 Schafe ohne Betäubung anlässlich des bevorstehenden islamischen Opferfestes Eid al-Adha verstoße zudem gegen europäische Tierschutzgesetze. Danach müssen Opfertiere in Schlachthöfen geschächtet werden. In Arabien ist die Hausschlachtung weit verbreitet. Dabei werden Hygienebestimmungen nicht immer beachtet.

Der von internationalen Tierschutzorganisationen unterstützte Einsatz der Europa-Politiker war am Ende vergebens: In der Nacht zum Montag verließ das Schiff den Hafen von Midia. In drei Wochen sollen die Opfertiere in Dubai, Katar und Kuwait entladen und während des Opferfestes mit einem einzigen Schnitt durch die Kehle geschächtet werden.

Ihrem Schicksal werden die Schafe wohl nicht entgehen, auch wenn Tierschutz-Organisationen wie die "Eurogroup for Animals" sich dafür einsetzen, den kuwaitischen Frachter im östlichen Mittelmeer zu stoppen. Europa dürfe nicht länger die Augen verschließen, wenn internationale Tierschutzbestimmungen systematisch verletzt werden, empörte sich die Europa-Abgeordnete Hazekamp. Sie verlangte, gegen das EU-Mitglied Rumänien ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einzuleiten.