700 Migranten erreichen die Kanaren

dpa

Von dpa

Mo, 12. Oktober 2020

Ausland

In Booten von Afrika unterwegs.

Auf den zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln vor der Westküste Afrikas sind am Freitag mehr als 700 Migranten in 22 Booten angekommen. Die meisten seien in kleinen offenen Fischerbooten von Afrika aus auf dem Atlantik unterwegs gewesen und von der Seenotrettung in den Küstengewässern der Kanaren entdeckt und an Land gebracht worden, berichtete die Zeitung La Provincia am Wochenende unter Berufung auf das Rote Kreuz und die Behörden. In Teneriffa seien 423 Menschen in vier überfüllten Booten angekommen, 199 Menschen in zwölf Booten auf Gran Canaria, 73 Menschen in fünf Booten auf Lanzarote und sechs Menschen in einem Boot auf Fuerteventura.

Insgesamt war das die höchste Tageszahl seit vielen Jahren. 2020 kommen wieder deutlich mehr Flüchtlinge. Seit Januar seien 7500 Migranten auf den Inseln angekommen, 2019 waren es etwa 2700.

Die Kanaren liegen etwa 100 Kilometer vor Westafrikas Küste. Allerdings ist der Atlantik für die kleinen und meist nur mit Außenbordmotoren angetriebenen Boote sehr gefährlich. Wer die Inseln verfehlt, hat vor sich westwärts bis nach Kuba etwa 6500 Kilometer Wasser. Über die Zahl der Toten gibt es nur Schätzungen.