Gemeinsame Sache

78 Künstlerinnen und Künstler machten beim Art-Dorf Ötlingen mit

Yvonne Siemann

Von Yvonne Siemann

Mo, 22. Juli 2019 um 15:00 Uhr

Weil am Rhein

Mehr als 100 Werke gab es beim Art-Dorf Ötllingen zu sehen. Viele Besucher interessieren sich nicht nur für diese, sondern auch dafür, wie die Werke entstanden sind.

Über 100 Kunstwerke konnte man am Sonntag in Ötlingen bestaunen. Bei hochsommerlichen Temperaturen flanierten viele Besucher über die Dorfstraße, wo an Hauswänden Gemälde hingen, großformatige Fotodrucke ausgestellt waren oder in Vorgärten Skulpturen zu sehen gab. Die Vielfalt war groß.
Gemälde mit Wolken, Steinen und Wäscheklammern von Elena Romanzin hingen im Hof des Café Inka, während Veikko Peter seine aus Ketten, Zahnrädern, Sprungfedern und anderen Metallteilen zusammengeschweißten Skulpturen "Nehmen und Geben" und "Mensch-Maschine" auf Sockeln an der Dorfstraße platziert hatte. Und bei Wernt Hann nebenan konnte man in eine geheimnisvolle Kammer steigen. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, sich zu den Künstlern unter die Sonnenschirme und Zelte zu gesellen oder ihre Ateliers anzuschauen. Bei dieser Gelegenheit ließen sie sich die Motive erklären. Auch die Techniken interessierten die Gäste, wie lange etwa ein Bild bis zur Fertigstellung braucht oder was die Vor- und Nachteile von Öl- und Acrylfarben sind.

Der Tag der Kunst wächst jährlich

Manche Künstler zeigten gleich vor Ort ihr Schaffen, wie der Bildhauer Michael Jaks oder Schmied Marcel Rosello, der demonstrierte, wie man über dem offenen Feuer Nägel schmiedet. Die Kinder konnten mit der Farbschleuder arbeiten und sich beim Kindergarten kreativ betätigen oder schließlich die Schokokussschleuder ausprobieren.

2006 war es, als Gerhard Hanemann den Behörden sein Projekt vorstellte, Gemälde auf Hauswänden zu platzieren, was er in einem Dorf in den Abruzzen gesehen hatte – die Reaktion war positiv. Die erste Vernissage fand 2007 mit 30 Künstlern und ebensovielen Kunstwerken statt. Seither ist der Tag der Kunst stetig gewachsen. In diesem Jahr stellen nun 78 Künstler aus Deutschland, der Schweiz und Spanien aus. "Die Qualität hat garantiert zugenommen", so Gerhard Hanemann an der Begrüßung. Die Zahl der Aussteller solle aber nicht steigen, denn schließlich wolle man es im überschaubaren Rahmen halten. "Für Sonne ist auch für die zukünftigen Ausgaben gesorgt", versprach er schließlich.

Zur Kunst gab es auch viel Musik

Er dankte den Künstlern und der Bevölkerung für ihre Teilnahme, dem Landkreis und dem Kulturamt für die Zuschüsse. Die Firma Renk organisierte einen Shuttle-Transport, die Firma Würzburger stellte eine Hebebühne zur Verfügung. Dazu dankte er seinem Bruder Klaus, Günter Schoch, Hannes Maier, Rainer Lehmann und Andrea Strübe sowie der scheidenden Ortsvorsteherin Helene Brombacher, ihrem Vorgänger Werner Linder, Oberbürgermeister Wolfgang Dietz und Tonio Paßlick vom Kulturamt.

Wolfgang Dietz lobte Hanemanns Initiative und freute sich, wie die Hausbesitzer und Künstler mitmachen. Auch rief er die Besucher auf zu erwägen, falls sie zuhause noch freie Wände hätten, das eine oder andere Kunstwerk zu kaufen, um die Künstler auch finanziell zu unterstützen – falls sie sich von ihren Werken trennen könnten. Henry Uebel, Hansi Kolz, Sandy Williams und Cornelia Hossfeld sorgten mit "Água de beber”, "Cherry Red" und "All of me" zum Auftakt für Stimmung. Später war die Mittwuch’s Band Basel unterwegs.

Die örtlichen Vereine sorgten für die Bewirtung, namentlich der Singkreis, der Gesangverein, der Frauenverein DRK, die TSG und der Rockchor, ebenso die Hermann-Daur-Schule und der Kindergarten.