Abwechslung als Lebenselixier

Caroline Breitfelder

Von Caroline Breitfelder

Mi, 18. September 2019

Freiburg

LEUTE IN DER STADT: Die Autorin Anne Grießer bringt spannende Geschichten zu Papier / Freiburger Krimipreis zum Stadtjubiläum.

FREIBURG. Die Autorin Anne Grießer berichtet von ihren Büchern, Reisen und neuen Projekten und davon, wie sie spannende Geschichten zu Papier und in ihren Alltag bringt. Sie hat den Freiburger Krimipreis ins Leben gerufen, der alle drei Jahre ausgeschrieben wird. Nun, zum Stadtjubiläum, ist es wieder soweit.

"Ich habe die Vielfalt immer geliebt", sagt Anne Grießer. Die 1967 geborene Freiburger Autorin legt sich nicht auf ein Genre fest. Sie veröffentlicht Sachbücher, Kriminalromane, Auftragswerke. In diesem Jahr erschien von ihr ein historischer Roman und eine Fotografie-Strecke zur Madonnenlandbahn. "Ich brauche die Abwechslung", so Grießer. Schon als Kind schrieb sie Kurzgeschichten, in die sich Rätsel und Verbrechen einschlichen: "Den Traum, Schriftstellerin zu werden, hatte ich schon sehr früh".

Dennoch ist es keine gerade Laufbahn, die Anne Grießer eingeschlagen hat. In ihrer Jugend habe sie Geschichten mehr selbst gelebt, als aufgeschrieben: "Da wollte gelebt werden!" Grießer reiste viel, arbeitete als Reiseleiterin auf Mallorca oder wurde fast in Malaysia als Schauspielerin unter Vertrag genommen. Doch ihr Weg führte sie zurück zur Schriftstellerei: "Ganz verlassen hat es mich nie", sagt die Autorin heute. Was am Schreiben so toll ist? "Schwer zu erklären. Wie eine Kollegin von mir einmal sagte: Gute Geschichten scheiben ist wie guter Sex."

Seit etwa 30 Jahren hat die Schriftstellerin nun in Freiburg Wurzeln geschlagen. "Freiburg ist eine schöne Stadt, um sich inspirieren zu lassen", findet sie. Öfters flechtet sie kleine regionale Anspielungen in ihre Geschichten ein. "Ich habe mir auch mal überlegt, eine fiktive Leiche in die Rutsche beim Schlossberg zu stopfen ... mal sehen".

Auch in Freiburg versteht es die Autorin, sich Abwechslung zu schaffen. So schreibt sie nicht nur, sondern organisiert lebendige Lesungen, die an Theateraufführungen erinnern, oder Krimiwanderungen und hat 2010 den Freiburger Krimipreis ins Leben gerufen. "Was Krimi-Literatur angeht, ist Freiburg noch ein Entwicklungsort", meint Grießer. Sie möchte erreichen, dass das Krimi-Genre, das in den vergangenen Jahrzehnten immer vielfältiger geworden sei, auch in Freiburg kulturell gefördert wird. Der Krimipreis, der im Zuge eines Schreibwettbewerbs alle drei Jahre vergeben wird, ist ein erster Schritt. Dieses Jahr ist es wieder so weit.

Auch ein neuer Krimi, der "schön abstrus" werden soll, sei in Planung, verrät Grießer. Daneben schweben ihr Ideen für einen historischen Roman zur Stadtgründung Freiburgs vor, zur Zeit der Zähringer. Wenn sich da nicht mal so einige vergangene Verbrechen ausgraben lassen.