Medizintechnikhersteller

Aesculap übernimmt Mehrheit an Denzlinger Schölly Fiberoptic

Bernd Kramer

Von Bernd Kramer

Fr, 16. April 2021 um 11:19 Uhr

Wirtschaft (regional)

Der Tuttlinger Medizintechnikspezialist Aesculap übernimmt die Mehrheit an der Denzlinger Schölly Fiberoptic. Das südbadische Unternehmen ist Pionierin bei der Visualisierung in der Medizin.

1973 hatten Regula und Werner Schölly das Unternehmen in einer gemieteten Wohnung in Denzlingen gegründet. Seither hat es sich zu einem weltweit bekannten Vorreiter beim Einsatz von Visualisierungssystemen in der Medizin und Industrie entwickelt. Mit der Schölly-Technik lassen sich zum Beispiel Bilder aus dem Innern des Körpers oder aus dem Innern eines Triebwerks übertragen. Schölly-Produkte trugen entscheidend zum Siegeszug der minimalinvasiven Chirurgie bei. Sie erlaubt Chirurgen, über kleine Öffnungen ihre Instrumente und Miniaturkameras in den Körper einzuführen. Dies verringert die Belastung des Patienten.

Die Aesculap ist bereits seit 1998 Gesellschafterin der Schölly Fiberoptic. Jetzt wird das Tuttlinger Traditionsunternehmen, das zum renommierten Familienkonzern B.Braun gehört, Mehrheitsanteilseigner. Die Familie Schölly bleibt aber mit 30 Prozent eine wesentliche Gesellschafterin.

Als Grund für den Schritt nannte Regula Schölly die Absicherung des Unternehmens. Mit Aesculap und B.Braun an der Seite könne man Investitionen, Technologieentwicklungen und Innovationen in Denzlingen in der Zukunft sicherstellen.

Nach Angaben von Schölly haben die Veränderungen keine Auswirkungen auf die 550 Schölly-Arbeitsplätze. Davon befinden sich 350 in Denzlingen. B.Braun beschäftigt rund 64000 Mitarbeiter und kam 2020 auf einen Umsatz von 7,4 Milliarden Euro.