Stadtbahn-Planungen

AFB spricht sich Rechte zu, die ihr nicht zustehen

Helmut Stolz

Von Helmut Stolz (Freiburg)

Mo, 18. Mai 2020

Leserbriefe Freiburg

Zum Bericht "Bürgervereine fordern den Ringschluss" über einen Vorstoß der "Arbeitsgemeinschaft Freiburger Bürgervereine" (AFB), die geplante neue – aus Richtung Rieselfeld kommende – Straßenbahntrasse nach Dietenbach gleich über die Dreisam zu verlängern und an die Linie 1 anzuschließen (BZ vom 12. Mai).

Uwe Mauch sieht das durchaus richtig: Visionen darf man haben, aber die Realität sieht anders aus.

Wie kommt die "Arbeitsgemeinschaft Freiburger Bürgervereine" (AFB) dazu, im Namen der Bürgervereine zu sprechen? Die AFB spricht sich da Kompetenzen und Rechte zu, die ihr überhaupt nicht zustehen.

Ich kann mich nicht erinnern, dass in meiner langjährigen Bürgervereinszugehörigkeit dazu jemals von der Mitgliederversammlung ein Beschluss gefasst wurde, der die AFB berechtigt, für unseren Verein zu sprechen.

Die AFB sollte ihre Hauptaufgabe darin sehen, das demokratische Verhalten in den Bürgervereinen in Einklang zu bringen. Vermutlich gibt es nicht nur in meinem Bürgerverein dazu Defizite.

Das würde die Stellung der Bürgervereine stärken, um der Stadtverwaltung ihre Argumente zu widerlegen. Auf keinen Fall ist es Aufgabe der AFB, für die Gesamtheit der Bürgervereine zu sprechen. Und deren Auftrag ist, die Interessen der Stadtteile zu vertreten.

Da stimme ich mit unserem gewesenen Oberbürgermeister Dieter Salomon durchaus überein, wenn er im Vorwort zum Stadtteilentwicklungsplan (STEP) Zähringen schreibt: "Das Wissen der Menschen um den eigenen Stadtteil und die Erfahrung vor Ort stellen … einen wertvollen Fundus dar, auf den Gemeinderat und Verwaltung bei künftigen Planungen zurückgreifen werden."

Leider war auch das meist nur Wunschdenken, aber eben auch deshalb, weil sich der Gemeinderat und die Verwaltung rausreden konnten. Da liegen die Aufgaben der AFB und nicht in einem Schattenkabinett.Helmut Stolz, Freiburg