Hilferuf

Alexander Hierholzer aus Wettelbrunn braucht eine Stammzellenspende

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Fr, 16. April 2021 um 19:31 Uhr

Staufen

Der an Leukämie erkrankte Alexander Hierholzer sucht mit Hilfe der DKMS nach einem Stammzellenspender. Der 32-Jährige stammt aus Wettelbrunn, einem Stadtteil von Staufen.

"Alexander will leben" – mit diesem Aufruf wollen Jennifer Kopiczinski (30) und die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) möglichst viele Menschen dazu animieren, sich typisieren zu lassen. Dadurch sollen sich die Chancen des an Leukämie erkrankten Alexander Hierholzer (32) aus Staufen-Wettelbrunn erhöhen, einen passenden Stammzellenspender oder eine Stammzellenspenderin zu finden.
Ein Held sein, ist einfach: Als Stammzellenspender für Alexander Hierholzer registrieren lassen kann man sich bei der DKMS unter folgendem Link: www.dkms.de/wir

"Wir lassen uns nicht unterkriegen und blicken trotz allem mit Zuversicht in die Zukunft", sagt die in Sulzburg aufgewachsene Lebensgefährtin des Erkrankten. Natürlich hat die Diagnose dem jungen Paar, das voller Pläne steckte, zunächst den Boden unter den Füßen weggezogen. Mit einem Infekt fing alles an – dessen Symptome dann aber einfach nicht verschwanden, so dass sich an die erste Diagnose einer Grippe ein Coronatest und Blutuntersuchungen anschlossen.

Anfang März waren die beiden dann in der Uniklinik in Freiburg, wo noch am Tag der Ankunft eine "Akute Myeloische Leukämie" (AML) festgestellt wurde, ein bösartiger Blutkrebs.

Diese Diagnose habe ihn sehr unvorbereitet getroffen und "extrem geschockt". Andererseits sei er aber auch "etwas erleichtert" gewesen, blickt Alexander Hierholzer auf diesen schicksalhaften Moment zurück. Denn nun habe er endlich einordnen können, "warum ich so kaputt und niedergeschlagen war, was für mich sehr untypisch ist".

Heilung verspricht nur eine Stammzellenspende

Auch wenn sofort mit einer Chemotherapie begonnen wurde, stand bald fest: Restlose Heilung kann nur eine Stammzellenspende bringen. Also wurden Familie, Freunde, Arbeitskollegen und vor allem Jennifer Kopiczinski aktiv und begannen – da eine Typisierungsaktion in einer Halle aufgrund der Pandemie nicht möglich war – online zu mobilisieren und über viele soziale Kanäle aufzuklären.

Unterstützung fanden sie in der Deutsche Knochenmarkspenderdatei, kurz DKMS, die auf ihrer Homepage mit einem Flyer auf die Situation des Paares aufmerksam macht. Wer sich registrieren lässt und ein paar Fragen beantwortet, erhält kostenlos ein Stäbchenset für einen Abstrich nach Hause, der dann an die DKMS zurückgesendet werden sollte. "Der Abstrich ist einfacher und angenehmer als bei einem Coronatest", schildert Jennifer Kopiczinski. Dass sich auch für Alexander Hierholzer ein "genetischer Zwilling" finden lässt, davon geht das Paar fest aus.

"Alexander ist ein sehr aufgeschlossener Mensch, er steckt den Kopf nie in den Sand, auch wenn es schwierig wird", umschreibt die Freundin die Lebenseinstellung ihres Partners, "der ein Kämpfer ist". Dieser ist dankbar für die Unterstützung von außen, die "besser kaum sein könnte". Dazu zählen etwa auch die Fußballer des SV Sulzburg, bei denen er viele Jahre aktiv war und die nun eine Aktion für ihn starteten.

Besuch ist in der Klinik nicht erlaubt

In der Klinik kann er keine Besucher empfangen – zu stark sind die Immunsysteme der Patienten auf seiner Station heruntergefahren. Täglich steht das Paar aber miteinander in Kontakt. Das gibt auch der Freundin Kraft. Nach der Diagnose habe sie sich erst einmal zwei Wochen lang sammeln müssen, danach war ihr der Arbeitsalltag im Kreis der Kolleginnen und Kollegen bei einer Spedition eine Halt gebende Stütze, erzählt Jennifer Kopiczinski. Weil in ihrer Familie Angehörige schon von Krebs betroffen waren und einige ihm auch erlegen sind, war es ihr schon vor Jahren ein Herzensanliegen, sich bei der DKMS zu registrieren.

Ausbildung als Chemielaborant

Anstatt in eine neue Wohnung nach Neuenburg, verlegte das Paar seinen Wohnsitz am 1. April von Liel, wo es seit 2018 wohnte, erst einmal wieder zurück nach Wettelbrunn zu den Eltern Alexander Hierholzers. Hier wuchs der Erkrankte auf. Nach dem Realschulabschluss in Heitersheim folgte eine Ausbildung zum Chemielaboranten in Freiburg. Bis zu seiner Erkrankung arbeitete er als stellvertretender Teamleiter bei einem Schweizer Pharmakonzern.

Eine seiner größten Leidenschaften, das Reisen und damit verbunden das Eintauchen in fremde Kulturen, teilt seine Freundin mit ihm. Beide hoffen, dass sie bald wieder Pläne schmieden können.